Das rote Gold vom Benin

18.09.2017

Im westafrikanischen Benin ist Palmöl ein wesentliches Element der lokalen Küche und die Palmen werden auch für andere Produkte verwendet. Ein Beispiel dafür, dass es durchaus Alternativen zum Anbau auf riesigen Monokulturen gibt.

 

«Es ist eigentlich eine Verschwendung, die Ölpalme nur für Speiseöl zu verwerten», sagt Simon Bodea, der in Abomey, Benin, einen biologischen Landwirtschaftsbetrieb aufgebaut hat und betreibt.

Bodea ist der ehemalige Generalsekretär von Synergie Paysanne, einer Partnerorganisation von Brot für alle, die sich für die Anliegen und Rechte der Kleinbauernfamilien engagiert. Stolz führt der Biopionier durch die Versuchsanlage und zählt die Gaben der Ölpflanze auf: Feuerholz und Möbel oder auch ein vorzüglicher Schnaps lassen sich aus dem Stamm herstellen. Aus der Wurzel kann Medizin und aus der Asche eine hautfreundliche Seife produziert werden.

Nichtsdestotrotz bleibt das Speiseöl, das aus den üppigen Fruchttrauben gewonnen wird, das Hauptprodukt.

Eine Kleinbäuerin in Benin bei der traditionellen Palmölverarbeitung. Für viele ist der Verkauf des Palmöls eine wichtige Einkommensquelle.

Lokal fest verankert

Die Gewinnung des Palmöls hat in Benin eine lange Tradition, und es sind vor allem Frauengruppen, die die Gaben der Ölpalme nutzen: Im Süden des Landes wachsen die Palmen wild zwischen den Höfen.

Die Frauen sammeln die Trauben und legen die roten Früchte zwei Tage lang in Wasser ein. Dann schöpfen sie aus dem öligen Wasser eine Art Rahm, den sie auf dem Feuer erhitzen und einkochen, bis nur noch das rote rohe Palmöl übrig bleibt. Das traditionelle Palmöl ist keineswegs ein Nischenprodukt.

Die Frauen verkaufen es überall auf Märkten und an Strassenrändern. Die Nachfrage lässt sich damit weitgehend abdecken. Für die Kleinbauernfamilien ist das Palmöl eine wichtige Einnahmequelle und gibt vor allem den Frauen eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit.

Ausgeklügelte Mischkultur

Wäre es für die Kleinbauernfamilien möglich, die Herstellung des ökologischen Palmöls zu vergrössern und zu exportieren? Simon Bodea ist sich dessen sicher. «Der biologische Anbau von Ölpalmen eignet sich nicht nur für den Gemüsegarten.»

Stolz führt er durch seine drei Hektar grosse Versuchsplantage: Hier pflanzt er Ölpalmen zusammen mit Bohnen an, die unter dem Blätterdach gut gedeihen. Die Bohnen werden von Hühnern gefressen, deren Mist wiederum die Plantage düngt. Mit Mulch und Wassergräben speichert er die Feuchtigkeit.

Mit seinen Techniken erreicht Bodea ähnliche Erträge wie industrielle Palmölplantagen – und das komplett ohne Dünger und Pestizide, eingebettet in einen ökologischen Kreislauf.

Eines jedoch ist klar: Der gewaltige Hunger nach Palmöl in den Industrieländern könnte damit nicht gedeckt werden. Denn auch diese täten gut daran, wieder vermehrt auf das zu setzen, was bei ihnen vor der Haustüre wächst und gedeiht.

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Die heutigen, zaghaften Bestrebungen zur Verbesserung der Situation sind geprägt von wirtschaftlichen Interessen. Sie vermögen weder den Landraub zu verhindern, noch den stark steigenden Konsum an Palmöl zu bremsen. Sag Migros, Coop und co. dass du weniger Produkte mit Palmöl in den Läden möchtest. Unterschreibe jetzt den Aufruf!

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