22.04.2019

Die Jubiläumskampagne 2019 «Gemeinsam für starke Frauen. Gemeinsam für eine gerechte Welt.» bot Gelegenheit zum Feiern und zu einem Rückblick auf die Arbeit und die wichtigsten Ergebnisse der letzten fünf Jahrzehnte. Die Rechte der Frauen, als Hommage an deren beispielhaften Einsatz für sich, ihre Familien und ihre Gemeinschaften, standen im Zentrum.

 «Schon als Kind habe ich beobachtet, dass wir Frauen im ländlichen Raum keine Stimme haben. Wir werden an den Rand gedrängt und unsere Probleme werden nicht ernst genommen. Dagegen setze ich mich ein.» (Nomvuzo Nopote, Südafrika)

Heute geht die 50. Ökumenische Kampagne von Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein zu Ende. Die Hilfswerke möchten Danke sagen. Den zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern in den Pfarreien und Kirchgemeinden. Den Kampagnengästen Soeur Nathalie, Ordensfrau und Rechtsanwältin aus der Demokratischen Republik Kongo, Marie Crescence Ngobo, geschäftsführende Sekretärin des Réseau du Devéloppement Durable (RADD) aus Kamerun und Bembet Madrid, Akteurin für einen gesellschaftlichen Wandel, von den Philippinen. Sie haben mit ihren eindrücklichen Schilderungen an Veranstaltungen in der ganzen Schweiz den Frauen ihrer Länder eine Stimme gegeben. Sie machten darauf aufmerksam, was es bedeutet, sich im Umfeld von Rohstoffabbau für Schutz, Gesundheit und Land zu wehren, aber auch, warum sie gar nicht anders können, als sich immer weiter dafür einzusetzen, dass die Welt für alle Menschen eine bessere wird. Und nicht zuletzt einen Dank den Menschen in der Schweiz, die seit 50 Jahren mit ihrer Unterstützung dazu beitragen, dass bei den Ursachen angesetzt werden kann und die strukturellen Gründe von Ungerechtigkeit und Armut beleuchtet werden.

Soeur Nathalie Kangaji setzt sich im Kongo für die Rechte der Bevölkerung im Umfeld der Rohstoff-Minen ein. © Meinrad Schade
«Die Armut um mich herum hat viele Gesichter und ist zu krass, als dass man die Ohren und das Herz davor verschliessen könnte.» (Soeur Nathalie, DR Kongo)

Brot, Rosen und Suppe

Rund 500 Pfarreien und Kirchgemeinden haben sich an der diesjährigen Rosenaktion beteiligt und an einem strahlend schönen Frühlingssamstag 91’700 Rosen verkauft. In 466 Bäckereien wurden Brote zum Teilen angeboten. Am grossen Jubiläumssuppentag wurden in Bern 550 Liter Suppe geschöpft, gekocht vom Food Waste Pionier Mirko Buri. Der Chor der Nationen gab dem Ökumenischen Gottesdienst einen würdigen Rahmen, und die Ausstellung «50 starke Frauen» fand viel Beachtung.

Es ist ein langer Weg, den Fastenopfer und Brot für alle seit 1969, später noch mit der Unterstützung von Partner sein, gemeinsam zurückgelegt haben. Und doch erinnert Vieles an die Situation vor 50 Jahren. Auch heute steht die Entwicklungszusammenarbeit wieder unter Druck, und auch heute wird die Welt von Ungerechtigkeit und Ungleichgewichten geprägt. In diesem Kontext ist die Ökumenische Kampagne wichtiger denn je, um die Menschen über Zusammenhänge zu informieren und sie zum Handeln zu bewegen.

«Jeder Mensch, egal, wo er lebt, wie alt er ist und was sein Hintergrund ist, hat die gleichen Rechte. Diese Rechte müssen wir verteidigen.» (Khalisah Khalid, Indonesien)

Für weitere Auskünfte:

Colette Kalt, Medienverantwortliche Fastenopfer, 079 352 38 04

 

Die Ökumenische Kampagne in Kürze

Brot für alle (reformiert) und Fastenopfer (katholisch) führen seit 1969 jährlich eine Ökumenische Kampagne in den sechs Wochen vor Ostern durch. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Die Ökumenische Kampagne hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit für die Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren, die weltweit zu über 800 Millionen Menschen in Hunger und Armut führen. Diese Realität zu erkennen, genügt jedoch nicht. Deshalb zeigen die drei Werke Handlungsmöglichkeiten auf: Das eigene Konsumverhalten zu verändern, Menschen in Südprojekten mit einer Spende zu unterstützen oder sich an einer Aktion zu beteiligen – so wird die Ökumenische Kampagne zum Inbegriff der gelebten Solidarität. Mehr unter www.sehen-und-handeln.ch.