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Fastengruppen professionell leiten

In der 6 Wochen dauernden Fastenzeit vor Ostern, während der Ökumenischen Kampagne, leiten und begleiten gut vorbereitete Männer und Frauen in der ganzen Schweiz Fastengruppen. 

Weiterbildung und Vertiefung für alle Interessierten, die eine Gruppe in einer Fastenwoche verantwortungsvoll und sicher anleiten möchten.

Samstag 2. November 2019 / 7. Dezember 2019 / 18. Januar 2020

Jedes Jahr entscheiden sich mehr Menschen, sich in einer professionell geleiteten Fastengruppe eine Zeit der Besinnung und der körperlich-seelischen Reinigung zu gönnen. Fastengruppenleitende unterstützen die Fastenden ganz konkret im Alltag, kennen verschiedenste Tipps und Massnahmen, damit Fasten zu einem guten Erlebnis wird. In den Kursmodulen lernen Sie die körperlichen Vorgänge während des Fastens verstehen. Zudem werden Sie befähigt, spirituelle Impulse und Bewegungsanregungen anzuleiten und kennen die sozialen Zusammenhänge unserer Ernährung.

Fasten und seine Auswirkungen / Bewegung und Entspannung / Besinnung und Betrachtung Weiterbildung in drei Modulen um Gruppen in einer Fastenwoche sicher und verantwortungsvoll anzuleiten.

Mehr Infos auf dem Flyer.

Kontakt

Weitere Infos bei

Dorothea Loosli-Amstutz

Fastenkoordinatorin
Ökumenische Kampagne

079 377 84 73

Wegen grosser Nachfrage bieten wir im nächsten Semester einen zweiten Kurs an. Die Termine werden demnächst hier aufgeschaltet. Interessierte können sich gerne bereits jetzt bei Dorothea Loosli-Amstutz unter fasten@sehen-und-handeln.ch melden. 

Plakate zum Herunterladen:

Die drei Dimensionen des Fastens

Körperliche Dimension

«Der Verzicht nimmt nicht. Er gibt. Er gibt die Grösse des Einfachen.» Martin Heidegger

Seit Jahrhunderten wird Fasten als natürliches Heilverfahren zur Schonung und Regenerierung betrachtet, das ganzheitliches Wohlbefinden fördert. Wenn dem Körper keine Nahrung mehr zugeführt wird und er zur Energiegewinnung keine Kalorien von aussen erhält, greift er auf seine eigenen Energiereserven zurück. Körper und Seele stellen auf «innere Ernährung» um und die Leber beginnt, die Fettreserven im Körper zur Energiegewinnung heranzuziehen. Der Magen-Darm-Trakt erhält seine verdiente Ruhe vom kraftraubenden Verdauungsprozess. Dadurch stellt sich ein Gefühl von Leichtigkeit ein.

Spirituelle Dimension

«Was die Augen für die äussere Welt sind, ist das Fasten für die innere Welt.» Mahatma Gandhi

Die spirituelle Dimension zeigt sich im Fasten durch einen leichteren Zugang zu einem höheren Bewusstseinszustand, der in allen grossen Weltreligionen angestrebt wird. Fastende vermögen ansatzweise die Ordnung der Freiheit und des Friedens einer neuen Schöpfung aus dem «noch nicht» ins «jetzt schon» zu erahnen. Dabei können auch alte Verhaltensmuster aufgebrochen werden. Fasten wirkt so der verbreiteten Hoffnungslosigkeit und Resignation entgegen. Die spirituelle Herausforderung besteht darin, diesen freien Raum wachsen zu lassen. Oft entsteht daraus eine harmonische Stimmung – bis hin zu Glücksgefühlen.

Soziale Dimension

«Wir wissen zwar, dass wir nach dem Fasten wieder essen können, doch können wir uns leichter vorstellen, wie Hungernde leiden müssen.» Niklaus Brantschen

Verzicht macht offen für die Not des Anderen. Menschen, die fasten, neigen dazu, sich gegenseitig zu unterstützen und toleranter miteinander umzugehen. Für uns ist Fasten ein freiwilliger Verzicht. Weltweit gesehen steht Fasten aber oft in Bezug zu Hunger. Es ist für viele Menschen auch ein Versuch, mit Hungersituationen pragmatisch umzugehen. Dieser Zusammenhang findet sich auch in unserer Geschichte. Im Frühling gingen früher auch bei uns die Wintervorräte langsam zur Neige. Bis die Natur wieder genügend frische Nahrung bot, setzte dann der Hunger ein. Deshalb findet unsere Fastenzeit traditionell auch heute noch im Frühling statt. In dieser Hungerperiode ist auch die Fastensuppe entstanden: Wir wissen heute nämlich, dass Nahrungsmittel, mit Flüssigkeit vermischt, doppelt so schnell ein Sättigungsgefühl erzeugen, als wenn beide jeweils einzeln verzehrt würden. Darüber hinaus hat Fasten auch eine gesellschaftspolitische Dimension. Nicht zuletzt ist es eine Praxis, die Mahatma Gandhi wie auch Martin Luther King auf ihrem Weg der Befreiung geführt und genährt hat. Auch heute kann Fasten eine Wirkung entfalten. Sei es im Kleinen, durch feinfühligere Wahrnehmung des Nächsten oder im Grossen, durch einen Gesellschaftswandel zu einem bewussten Umgang mit unserer Nahrung. «Gemeinsam Fasten. Für das Recht auf Nahrung.» setzt mit dem freiwilligen Verzicht ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen, die auch heute noch hungern. Die Fastengruppen, die im Rahmen der Ökumenischen Kampagne fasten, spenden den Gegenwert ihres Verzichts gerne zugunsten der Menschen, die nicht selbst entscheiden können, wie viel oder wie wenig auf ihrem Teller liegt.  

Gruppenübung Soziale Dimension » (pdf)

Flyer Fastenprojekte 20 (pdf)

Film „Engagement für Gerechtigkeit – herausgefordert zur Verantwortung“

Der katholische Sozialethiker Thomas Wallimann-Sasaki an der Fastentagung vom 7. November 2015 in Basel.

 

120 Fastengruppen für das Recht auf Nahrung

Sie können eine Gruppe per Mail an oder per Post anmelden. Die angemeldeten Gruppen für 2020 werden ab Mitte November 2019 laufend aufgeschaltet und auf der Karte dargestellt. Klicken Sie auf das jeweilige Fasten-Symbol, um weitere Infos zu erhalten.

Rund 1800 Menschen in 120 Fastengruppen haben mit uns 2019 in der ganzen Schweiz für das Recht auf Nahrung gefastet! Aus Liebe zu unserem Planeten und den nächsten Generationen ist Verzicht das Gebot der Stunde. Dass das nicht wehtut, sondern ganz im Gegenteil frei macht ist, eine wertvolle Erfahrung. Speziell, wenn dabei auch die Verbindung zum Hunger der Ärmsten nicht vergessen geht. Auch nächstes Jahr können das wieder viele Menschen in der ganzen Schweiz miterleben.

 

Sie wollen jemandem das Fasten in einer Fastengruppe empfehlen? Hier finden Sie die wichtigsten Infos für alle, die an einer Teilnahme interessiert sind.