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Fastengruppen professionell leiten

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“

In der 6 Wochen dauernden Fastenzeit vor Ostern, während der Ökumenischen Kampagne, leiten und begleiten gut vorbereitete Männer und Frauen in der ganzen Schweiz Fastengruppen. 

75 Gruppen haben sich dieses Jahr in der Deutschschweiz zum gemeinsamen Fasten zusammengeschlossen. Doch wegen des Corona-Virus durften die Treffen nicht mehr stattfinden. Und doch haben ganz viele Menschen weitergefastet oder damit begonnen. Viele sagten sich „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sie wollten sich gerne besinnen, anstatt sich Angst und Verzweiflung zu ergeben. Sie suchten spirituelle Nahrung, vertrauten auf Gottes reichen Segen, der stärken und die nötige Gelassenheit und Zuversicht schenken möge.

Kontakt

Weitere Infos bei

Dorothea Loosli-Amstutz

Fastenkoordinatorin
Ökumenische Kampagne

079 377 84 73

Tagung für Leitende von Fastengruppen

Herzliche Einladung zur Fastentagung 2020, am 14. November in der Pfarrei St. Maria in Sitterdorf, Kanton Thurgau

Hauptthema wird die Ökumenische Kampagne 2021 sein, die sich der grössten Herausforderung für das Überleben der Menschheitstellt: dem Klimawandel. Mit anregenden Referaten, vertiefenden Workshops und praktischen Hilfsmitteln erhalten Sie als Fastengruppenleitende das nötige Rüstzeug, um den konkreten Wandel im Kleinen einzuleiten. Die Fastengruppen werden damit zu Multiplikatoren der Klimagerechtigkeit.

Mehr Infos auf dem Flyer

Plakate zum Herunterladen:

Die drei Dimensionen des Fastens

Körperliche Dimension

«Der Verzicht nimmt nicht. Er gibt. Er gibt die Grösse des Einfachen.» Martin Heidegger

Seit Jahrhunderten wird Fasten als natürliches Heilverfahren zur Schonung und Regenerierung betrachtet, das ganzheitliches Wohlbefinden fördert. Wenn dem Körper keine Nahrung mehr zugeführt wird und er zur Energiegewinnung keine Kalorien von aussen erhält, greift er auf seine eigenen Energiereserven zurück. Körper und Seele stellen auf «innere Ernährung» um und die Leber beginnt, die Fettreserven im Körper zur Energiegewinnung heranzuziehen. Der Magen-Darm-Trakt erhält seine verdiente Ruhe vom kraftraubenden Verdauungsprozess. Dadurch stellt sich ein Gefühl von Leichtigkeit ein.

Spirituelle Dimension

«Was die Augen für die äussere Welt sind, ist das Fasten für die innere Welt.» Mahatma Gandhi

Die spirituelle Dimension zeigt sich im Fasten durch einen leichteren Zugang zu einem höheren Bewusstseinszustand, der in allen grossen Weltreligionen angestrebt wird. Fastende vermögen ansatzweise die Ordnung der Freiheit und des Friedens einer neuen Schöpfung aus dem «noch nicht» ins «jetzt schon» zu erahnen. Dabei können auch alte Verhaltensmuster aufgebrochen werden. Fasten wirkt so der verbreiteten Hoffnungslosigkeit und Resignation entgegen. Die spirituelle Herausforderung besteht darin, diesen freien Raum wachsen zu lassen. Oft entsteht daraus eine harmonische Stimmung – bis hin zu Glücksgefühlen.

Soziale Dimension

«Wir wissen zwar, dass wir nach dem Fasten wieder essen können, doch können wir uns leichter vorstellen, wie Hungernde leiden müssen.» Niklaus Brantschen

Verzicht macht offen für die Not des Anderen. Menschen, die fasten, neigen dazu, sich gegenseitig zu unterstützen und toleranter miteinander umzugehen. Für uns ist Fasten ein freiwilliger Verzicht. Weltweit gesehen steht Fasten aber oft in Bezug zu Hunger. Es ist für viele Menschen auch ein Versuch, mit Hungersituationen pragmatisch umzugehen. Dieser Zusammenhang findet sich auch in unserer Geschichte. Im Frühling gingen früher auch bei uns die Wintervorräte langsam zur Neige. Bis die Natur wieder genügend frische Nahrung bot, setzte dann der Hunger ein. Deshalb findet unsere Fastenzeit traditionell auch heute noch im Frühling statt. In dieser Hungerperiode ist auch die Fastensuppe entstanden: Wir wissen heute nämlich, dass Nahrungsmittel, mit Flüssigkeit vermischt, doppelt so schnell ein Sättigungsgefühl erzeugen, als wenn beide jeweils einzeln verzehrt würden. Darüber hinaus hat Fasten auch eine gesellschaftspolitische Dimension. Nicht zuletzt ist es eine Praxis, die Mahatma Gandhi wie auch Martin Luther King auf ihrem Weg der Befreiung geführt und genährt hat. Auch heute kann Fasten eine Wirkung entfalten. Sei es im Kleinen, durch feinfühligere Wahrnehmung des Nächsten oder im Grossen, durch einen Gesellschaftswandel zu einem bewussten Umgang mit unserer Nahrung. «Gemeinsam Fasten. Für das Recht auf Nahrung.» setzt mit dem freiwilligen Verzicht ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen, die auch heute noch hungern. Die Fastengruppen, die im Rahmen der Ökumenischen Kampagne fasten, spenden den Gegenwert ihres Verzichts gerne zugunsten der Menschen, die nicht selbst entscheiden können, wie viel oder wie wenig auf ihrem Teller liegt.  

Gruppenübung Soziale Dimension » (pdf)

Flyer Fastenprojekte 20 (pdf)

Film „Engagement für Gerechtigkeit – herausgefordert zur Verantwortung“

Der katholische Sozialethiker Thomas Wallimann-Sasaki an der Fastentagung vom 7. November 2015 in Basel.

 

120 Fastengruppen für das Recht auf Nahrung

Sie können eine Gruppe per Mail an oder per Post anmelden. Die angemeldeten Gruppen für 2020 werden ab Mitte November 2019 laufend aufgeschaltet und auf der Karte dargestellt. Klicken Sie auf das jeweilige Fasten-Symbol, um weitere Infos zu erhalten.

Rund 1800 Menschen in 120 Fastengruppen haben mit uns 2019 in der ganzen Schweiz für das Recht auf Nahrung gefastet! Aus Liebe zu unserem Planeten und den nächsten Generationen ist Verzicht das Gebot der Stunde. Dass das nicht wehtut, sondern ganz im Gegenteil frei macht ist, eine wertvolle Erfahrung. Speziell, wenn dabei auch die Verbindung zum Hunger der Ärmsten nicht vergessen geht. Auch nächstes Jahr können das wieder viele Menschen in der ganzen Schweiz miterleben.

 

Sie wollen jemandem das Fasten in einer Fastengruppe empfehlen? Hier finden Sie die wichtigsten Infos für alle, die an einer Teilnahme interessiert sind.