Fasten - den Raum des Möglichen erweitern

Fasten ist die Chance, etwas probehalber anders zu machen. In der 6 Wochen dauernden Fastenzeit vor Ostern, während der ökumenischen Kampagne, leiten und begleiten gut vorbereitete Männer und Frauen in der ganzen Schweiz Fastengruppen. 

In einer Gruppe zu fasten ist einfacher. Nach dem planmässigen Abbau stellen sich Leib und Seele bald darauf ein, die Nahrung für eine bestimmte Zeit nicht von aussen, sondern ausschliesslich von innen zu beziehen. Nach anfänglicher Verunsicherung stellt sich bald ein angenehmes Gefühl von Leichtigkeit, Ruhe und tiefer Entspannung ein. Fasten bietet den nötigen Raum neue Möglichkeiten zu entdecken und zu erweitern. Wer dieses positive Erlebnis selbst erfahren möchte, dem bietet eine Fastengruppe die nötige Sicherheit und den Rahmen, um sich unter verantwortungsvoller Leitung darauf einzulassen.

Kontakt

Porträt von Dorothea Loosli
Dorothea Loosli-Amstutz

Koordination Fastengruppen Mail 079 377 84 73

Tagung am Samstag 11. November 2017 in Bern

Leitenden von Fastengruppen bieten wir jedes Jahr eine Tagung zur Weiterbildung und Vernetzung. Für die Gründung neuer Gruppen bieten wir einen Workshop und persönliche Unterstützung an. 

Über 100 Fastengruppen für das Recht auf Nahrung

120 Fastengruppen und gegen 2000 Menschen haben mit uns 2017 in der ganzen Schweiz für das Recht auf Nahrung gefastet!

Aus Liebe zu unserem Planeten und den nächsten Generationen ist Verzicht das Gebot der Stunde. Dass das nicht wehtut sondern ganz im Gegenteil frei macht ist eine wertvolle Erfahrung. Speziell wenn dabei auch die Verbindung zum Hunger der Ärmsten nicht vergessen geht. Auch nächstes Jahr können das wieder viele Menschen in der ganzen Schweiz miterleben.

Die angemeldeten Gruppen für 2018 werden ab Mitte November laufend aufgeschaltet.

Die drei Dimensionen des Fastens

Körperliche Dimension

«Der Verzicht nimmt nicht. Er gibt. Er gibt die Grösse des Einfachen.» Martin Heidegger

Seit Jahrhunderten wird Fasten als natürliches Heilverfahren zur Schonung und Regenerierung betrachtet, das ganzheitliches Wohlbefinden fördert. Wenn dem Körper keine Nahrung mehr zugeführt wird und er zur Energiegewinnung keine Kalorien von aussen erhält, greift er auf seine eigenen Energiereserven zurück. Körper und Seele stellen auf «innere Ernährung» um und die Leber beginnt, die Fettreserven im Körper zur Energiegewinnung heranzuziehen. Der Magen-Darm-Trakt erhält seine verdiente Ruhe vom kraftraubenden Verdauungsprozess. Dadurch stellt sich ein Gefühl von Leichtigkeit ein.

Spirituelle Dimension

«Was die Augen für die äussere Welt sind, ist das Fasten für die innere Welt.» Mahatma Gandhi

Die spirituelle Dimension zeigt sich im Fasten durch einen leichteren Zugang zu einem höheren Bewusstseinszustand, der in allen grossen Weltreligionen angestrebt wird. Fastende vermögen ansatzweise die Ordnung der Freiheit und des Friedens einer neuen Schöpfung aus dem «noch nicht» ins «jetzt schon» zu erahnen. Dabei können auch alte Verhaltensmuster aufgebrochen werden. Fasten wirkt so der verbreiteten Hoffnungslosigkeit und Resignation entgegen. Die spirituelle Herausforderung besteht darin, diesen freien Raum wachsen zu lassen. Oft entsteht daraus eine harmonische Stimmung – bis hin zu Glücksgefühlen.

Soziale Dimension

«Wir wissen zwar, dass wir nach dem Fasten wieder essen können, doch können wir uns leichter vorstellen, wie Hungernde leiden müssen.» Niklaus Brantschen

Verzicht macht offen für die Not des Anderen. Menschen, die fasten, neigen dazu, sich gegenseitig zu unterstützen und toleranter miteinander umzugehen. Für uns ist Fasten ein freiwilliger Verzicht. Weltweit gesehen steht Fasten aber oft in Bezug zu Hunger. Es ist für viele Menschen auch ein Versuch, mit Hungersituationen pragmatisch umzugehen. Dieser Zusammenhang findet sich auch in unserer Geschichte. Im Frühling gingen früher auch bei uns die Wintervorräte langsam zur Neige. Bis die Natur wieder genügend frische Nahrung bot, setzte dann der Hunger ein. Deshalb findet unsere Fastenzeit traditionell auch heute noch im Frühling statt. In dieser Hungerperiode ist auch die Fastensuppe entstanden: Wir wissen heute nämlich, dass Nahrungsmittel, mit Flüssigkeit vermischt, doppelt so schnell ein Sättigungsgefühl erzeugen, als wenn beide jeweils einzeln verzehrt würden. Darüber hinaus hat Fasten auch eine gesellschaftspolitische Dimension. Nicht zuletzt ist es eine Praxis, die Mahatma Gandhi wie auch Martin Luther King auf ihrem Weg der Befreiung geführt und genährt hat. Auch heute kann Fasten eine Wirkung entfalten. Sei es im Kleinen, durch feinfühligere Wahrnehmung des Nächsten oder im Grossen, durch einen Gesellschaftswandel zu einem bewussten Umgang mit unserer Nahrung. «Gemeinsam Fasten. Für das Recht auf Nahrung.» setzt mit dem freiwilligen Verzicht ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen, die auch heute noch hungern. Die Fastengruppen, die im Rahmen der Ökumenischen Kampagne fasten, spenden den Gegenwert ihres Verzichts gerne zugunsten der Menschen, die nicht selbst entscheiden können, wie viel oder wie wenig auf ihrem Teller liegt.  

Film „Engagement für Gerechtigkeit – herausgefordert zur Verantwortung“

Der katholische Sozialethiker Thomas Wallimann-Sasaki an der Fastentagung vom 7. November 2015 in Basel.

Bilder zum Herunterladen:

Plakat Fastengruppe

Ein gezeichnetes Glas Wasser als Symbol für das Fasten

Tagung für Fastengruppenleitende 2016

An der letztjährigen Fastentagung von Brot für alle und Fastenopfer erhalten erfahrene Leitungspersonen neue Anregungen und Raum für Austausch.

Workshops, Referate und eine ausgewogene Küche wurden vom Afrikaspezialisten und früheren Radiomoderatoren Ruedi Küng, dem Verantwortlichen der deutschen Fastenaktion www.7wochenohne.de Arnd Brummer, der Yogalehrerin Daniela Renaud und der Ernährungstherapeutin und Cateringinhaberin Daniela Weinig geboten. Hier haben die Teilnehmenden ihre persönliche Motivation zum Fasten aufgeführt. Sie sind nach den drei Dimensionen des Fastens geordnet: „Was bewegt zum Fasten?“ » «essen ist» » (bei Verwendung bitte (c) weinigvital.ch angeben).

Download: Vortrag von Ruedi Küng, ehem. Radiomoterator und Afrika-Spezialist (pdf) 

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