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IT-Firmenrating 2017: Arbeitsrechte bleiben ein wunder Punkt

Wie verhalten sich die zehn Firmen mit dem grössten Schweizer Marktanteil an mobilen Geräten und Computern – Acer, Apple, Asus, Dell, HP, HTC, Huawei, Lenovo, Samsung, Sony – bezüglich Arbeitsrechten, Konfliktmineralien und Umwelt?

Arbeits­rechte
Konflikt­rohstoffe
Umwelt
Arbeitsrechte

Im Bereich der Arbeitsrechte verlief Apples Engagement seit dem letzten Rating 2014 in die falsche Richtung. Zwar ist die Firma noch immer bei den Vorreiterinnen der Branche zu finden. In entscheidenden Punkten haben jedoch keine Fortschritte und teilweise gar Rückschritte stattgefunden. Apples Engagement in Multi-Stakeholder-Initiativen und insbesondere bei der Fair Labor Association war damals ein mutiger Schritt vorwärts. Dass sich die Firma daraus mittlerweile wieder zurückgezo­gen hat, ist ein schlechtes Zeichen. Apple muss noch deut­licher die Selbstorganisation der Angestellten in den Fabriken fördern, um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Strategie der Firma basiert noch immer zu stark auf einem Ansatz, mit dem sie die Verantwortung auf die Zulieferer ab­schiebt. Ein erster Schritt wäre es, wieder verstärkt Gewicht auf die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und unabhän­gigen Arbeitsrechts-NGOs zu setzen, sei es für Audits, Trai­nings für Angestellte oder in Multi-Stakeholder-Initiativen. Auch sollte sich Apple endlich unmissverständlich zu Exis­tenzlöhnen bekennen, denn die gesetzlichen Mindestlöhne reichen nicht allerorts für ein würdiges Leben. Um zu den entscheidenden Veränderungen beizutragen, muss Apple au­sserdem anerkennen, dass ihre Gewinnmarge und Produkti­onsplanung Teil des Problems sind. Nur wenn der Kosten-und Zeitdruck nicht einfach an die Zulieferer weitergereicht wird, können die eingeforderten Standards von diesen auch eingehalten werden.

Konfliktrohstoffe

Apple ist in den letzten Jah­ren ihrer Rolle als Vorreiterin im Bereich der Kon­fliktrohstoffe gerecht geworden. Die Firma hat sich seit dem letzten Rating von 2014 nochmals deutlich verbes­sert. Beinahe 100 Prozent der Schmelzereien in ihrer Liefer­kette sind mittlerweile als konfliktfrei zertifiziert. Apple betreibt dazu ein bemerkenswertes Engagement sowohl bei ihren Zulieferbetrieben als auch direkt bei den Schmelzereien, wo die Metalle raffiniert werden. Die Firma setzt sich zudem in mehreren Initiativen für die lokale Bevölkerung in Konfliktge­bieten ein, indem sie sich für den Aufbau von zertifizierten Lieferketten vor Ort einsetzt. Apple ist damit eine der wenigen in der Branche, die ihre Verantwortung auch direkt in den Abbaugebieten wahrnimmt. Schliesslich fällt auch Apples En­gagement betreffend anderer problematischer Rohstoffe wie Koltan positiv auf. Dies zeigt, dass die Firma vor neueren Entwicklungen und Erkenntnissen die Augen nicht ver­schliesst. Dass auch für die Vorreiterin unter den Grossen noch Luft nach oben besteht, zeigt die Firma Fairphone, die ausser für Koltan für alle Konfliktrohstoffe verantwortungsvol­le Quellen aus betroffenen Gebieten verwendet (zum Beispiel durch die Verarbeitung von Fair-Trade-Gold), um die lokale Bevölkerung nicht mit einem Boykott zu bestrafen.

Umwelt

Seit dem letzten Rating von 2014 hat Apple mutige Schritte hin zu einer klimafreundli­cheren Zukunft gemacht. Die Firma bezieht heute den Strom für ihren globalen Betrieb fast vollständig aus er­neuerbaren Quellen und hat damit ihre Emissionen drastisch gesenkt. Auch bei ihren Zulieferern, bei denen der Grossteil des Klimafussabdrucks anfällt, hat sich Apple in den letzten Jahren entschiedener eingesetzt. Bis 2020 will die Firma durch erneuerbare Energien den Klimafussabdruck ihrer Pro­duktion um fast einen Drittel senken. Ihr Engagement für ein umweltbewusstes Wirtschaften bekräftigt die Firma auch mit ihrem Engagement für die Verbannung von Schadstoffen aus ihren Produkten. Damit hat sich Apple im Umweltbereich einen Platz unter den Vorreiterinnen der Branche gesichert.

Arbeitsrechte

Im Bereich der Arbeitsrechte hat sich bei Dell seit dem letzten Rating von 2014 nicht viel bewegt. Die Firma gehört zwar nach wie vor zu den Vorreiterinnen der Branche. Sie implementiert ein umfas­sendes Managementdispositiv, um die gesetzten Standards bei ihren Zulieferbetrieben durchzusetzen. Für die Ausbildung der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken arbeitet Dell teilweise mit unabhängigen NGOs zusammen und zeigt auch mit ihrem Engagement in einzelnen Multi-Stakeholder-Initiati­ven, dass ihr an anständigen Arbeitsbedingungen bei der Her­stellung ihrer Produkte gelegen ist. Zudem hat die Firma in den letzten Jahren bei der Transparenz in ihrer Lieferkette gewisse Fortschritte gemacht. Dell setzt sich noch immer zu wenig für die Selbstorganisation der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken ein. Ein erster Schritt wäre es, mehr Gewicht auf die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und unabhängigen Ar­beitsrechts-NGOs zu setzen. Auch sollte sich Dell endlich un­missverständlich zu Existenzlöhnen bekennen, denn die ge­setzlichen Mindestlöhne reichen nicht allerorts für ein würdiges Leben. Um zu den entscheidenden Veränderungen beizutra­gen, muss Dell anerkennen, dass ihre Gewinnmarge und Pro­duktionsplanung Teil des Problems sind. Nur wenn der Kosten-und Zeitdruck nicht einfach an die Zulieferer weitergereicht wird, können die eingeforderten Standards auch eingehalten werden.

Konfliktrohstoffe

Dell hat ihr Engagement für konfliktfreie Rohstoffe in ihren Elektronikprodukten seit dem letzten Rating deutlich verbessert. Die Fir­ma gehört damit heute zu den Vorreiterinnen der Industrie. Sie betreibt ein bemerkenswertes Engagement bei ihren direkten Zulieferbetrieben, um diese bei der Erfüllung ihrer Sorgfalts­prüfungspflicht zu unterstützten und um die Schmelzereien und Raffinieren in ihrer Lieferkette zu identifizieren. Fast alle Schmelzereien in Dells Lieferkette sind als konfliktfrei zertifi­ziert, und die Firma verschliesst die Augen auch nicht vor neu­eren Problematiken, wie sie etwa im Kobaltabbau Realität sind. Zudem hat Dell ihr Engagement in Brancheninitiativen in den letzten Jahren erhöht, etwa um Anreize für die Zertifizierung der Schmelzereien zu schaffen. Schlussendlich muss die Pro­blematik der Konfliktrohstoffe aber in den Abbaugebieten selbst angegangen werden. Hier muss Dell zeigen, dass sie es ernst meint mit ihrem Engagement, indem sie auch verantwor­tungsvolle Rohstoffquellen aus konfliktbetroffenen Gebieten berücksichtigt, um die lokale Bevölkerung nicht noch zusätz­lich durch einen Boykott zu bestrafen.

Umwelt

In Sachen Umwelt hat sich bei Dell in den letzten Jahren nicht viel verändert. Die Firma landet hier auch dieses Mal wieder im oberen Mit­telfeld. Dell hat sich mittelfristig klare Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen gesetzt und ist auf gutem Weg, diese zu erreichen. Auch den Anteil an erneuerbaren Energien hat die Firma in den letzten Jahren deutlich erhöht. Sehr positiv fällt auch Dells Engagement für Recycling von ausgedienten Elektronikprodukten auf. Abgesehen von Fairphone engagiert sich die Firma als einzige glaubhaft für ein sicheres Recycling im globalen Süden und insbesondere in mehreren afrikani­schen Ländern. Dort wird noch immer ein bedeutender Anteil des global anfallenden Elektroschrotts unter einfachsten und oftmals umwelt- und gesundheitsschädlichen Bedingungen verarbeitet, ohne Schutzmassnahmen für diejenigen, welche die Arbeit verrichten. Klarer Nachholbedarf besteht bei Dell hingegen noch bezüglich der Verwendung von schädlichen Substanzen in ihren Produkten. Die Firma muss bekannte Schadstoffe aus ihren Produkten verbannen, auch wenn diese gesetzlich noch nicht verboten sind. Denn schadstofffreie Pro­dukte sind gleichzeitig auch eine zentrale Voraussetzung für ein sicheres Recycling, vor allem im globalen Süden.

Arbeitsrechte

Was das Engagement für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in der Her­stellung von Elektronikprodukten angeht, machte HP seit dem letzten Rating 2014 ein paar grosse Rückschritte. Die damalige Pionierin ist ihrer Rolle nicht gerecht geworden und krebste von einigen mutigen Zugeständnissen zurück. So hat HP etwa die wichtige Bestimmung für Gewerkschaftsfrei­heit in Gebieten, wo diese vom Staat eingeschränkt ist – wie dies etwa im insgesamt bedeutendsten Produktionsstandort China der Fall ist – wieder aus dem Verhaltenskodex für ihre Zulieferbetriebe gestrichen. Die Firma konnte sich vor drei Jah­ren auch noch damit rühmen, mit der Beauftragung einer Stu­die erste Schritte in Richtung Existenzlöhne zu unternehmen. Seither ist dieses Thema bei HP wieder verschwunden. Die Firma hatte damals auch den Mut, sich öffentlich zu den Fol­gen ihrer Einkaufspolitik (Preisverhandlungen, Auftragsplanung und weiteres) zu bekennen und damit ansatzweise die Verant­wortung wahrzunehmen, welche ihr daraus erwächst. Davon ist heute nichts mehr zu hören. Zwar ist HP auch dieses Mal wieder unter den Vorreiterinnen im Bereich der Arbeitsrechte zu finden. In der Vergangenheit hat die Firma aber gezeigt, dass sie zu mehr fähig ist. HP sollte sich unmissverständlich zu Existenzlöhnen bekennen, denn die gesetzlichen Mindest­löhne reichen auch heute noch nicht allerorts für ein würdiges Leben. Dazu muss sie auch wieder anerkennen, dass ihre Ge­winnmarge und Produktionsplanung Teil des Problems sind. Nur wenn der Kosten- und Zeitdruck nicht einfach an die Zu­lieferer weitergereicht wird, können die eingeforderten Stan­dards auch eingehalten werden. Schlussendlich müssen Ver­änderungen aber vor allem von unten angestossen werden. HP sollte noch deutlicher die Selbstorganisation der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken fördern, um deren Arbeitsbedin­gungen zu verbessern. Sie sollte noch mehr Gewicht auf die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und unabhängigen Ar­beitsrechts-NGOs setzen, sei es für Audits, Trainings für Arbei­terinnen und Arbeiter oder in Multi-Stakeholder-Initiativen.

Konfliktrohstoffe

In Sachen Konfliktrohstoffe ist HP nach wie vor bei den Vorreiterinnen der Indus­trie vorzufinden. Die Firma hat es in den letzten Jahren jedoch etwas versäumt, ihrer früheren Rolle als Pionier­in gerecht zu werden und ihr Engagement für konfliktfreie Roh­stoffe in Elektronikprodukten gleich entschlossen einen Schritt weiter zu treiben. Zwar ist der Grossteil der Schmelzereien in HPs Lieferkette als konfliktfrei zertifiziert. Die Firma verschliesst auch die Augen vor der komplexen Situation in den Abbauge­bieten nicht, indem sie sich etwa für die Zertifizierung von Mi­nen mit Kleinschürferinnen und Kleinschürfern oder für anstän­dige Bedingungen im Kobaltabbau einsetzt. HP nimmt ihre Verantwortung zur Sorgfaltsprüfung wahr und unterstützt ihre Zulieferbetriebe tatkräftig bei der Durchleuchtung der Liefer­kette nach problematischen Rohstoffquellen. Gleichzeitig muss HP ihre Verantwortung auch wahrnehmen, indem sie noch mehr verantwortungsvolle Rohstoffquellen aus konfliktbetrof­fenen Gebieten berücksichtigt, um die lokale Bevölkerung nicht mit einem Boykott zu bestrafen.

Umwelt

Im Umweltbereich hat sich bei HP seit dem letzten Rating 2014 nicht viel verändert. Die Fir­ma gehört nach wie vor zu den Vorreiterinnen der Branche. Sie hat ihre Treibhausgasemissionen in den letzten Jahren deutlich gesenkt und sich neue ehrgeizige Reduktions­ziele gesetzt. Auch erhöhte sie ihren Anteil an erneuerbaren Energien deutlich und hat sich dazu verpflichtet, auch in Zukunft in die gleiche Richtung weiter zu gehen. Insbesondere setzt sich HP auch bei ihren Zulieferbetrieben für eine umweltfreund­lichere Produktion ein. Denn auf dieser Stufe fällt der Grossteil des Klimafussabdrucks ihrer Produkte an. HP setzt sich schon lange für schadstofffreie Elektronikprodukte ein, konnte ihr Pro­duktportfolio jedoch noch immer nicht vollständig von den wichtigsten Gefahrenstoffen befreien. Hier wäre in Zukunft ein noch entschlosseneres Vorgehen von HP wünschenswert.

Arbeitsrechte

Im Bereich der Arbeitsrechte hat Lenovo seit dem letzten Rating keine grösseren Schritte gewagt. Noch immer ist die Firma am Ende der Ratingskala vorzufinden. Sie beschränkt sich in den meisten Bereichen auf die industrieüblichen Mindeststandards und engagiert sich damit nach wie vor zu wenig für anständi­ge Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie. Lenovo muss mehr Verantwortung zeigen, auch für die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken, welche die Vorarbeit für ihre Endprodukte leisten und nicht direkt durch sie angestellt sind. Die Firma sollte insbesondere deren Selbstorganisation för­dern, etwa durch Ausbildungen über ihre Rechte und die Si­cherstellung des Zugangs zu unabhängigen Beschwerdeme­chanismen und Wiedergutmachung. Denn noch immer verfolgt sie eine Strategie, mit der sie die Verantwortung auf ihre Zu­lieferer abschiebt. Auch ein verstärktes Engagement in Multi- Stakeholder-Initiativen wäre für Lenovo ein wichtiger nächster Schritt. Schlussendlich muss die Firma endlich transparenter werden und ihre Zulieferbetriebe oder die Resultate von Audits bei ihren Zulieferbetrieben offenlegen.

Konfliktrohstoffe

Seit dem letzten Rating von 2014 hat Lenovo wichtige Schritte hin zu konflikt­freien Rohstoffen in ihren Elektronikprodukten ge­macht. Die Firma setzt sich ein für die Identifizierung der Schmelzereien und Raffinerien in ihrer Lieferkette und kom­muniziert öffentlich darüber. Sie betreibt diesbezüglich be­trächtlichen Aufwand bei ihren direkten Zulieferbetrieben und engagiert sich damit glaubhaft für die Erfüllung ihrer Sorgfalts­prüfungspflicht. Auch interveniert Lenovo vereinzelt direkt bei den Schmelzereien in ihrer Lieferkette, wovon die meisten mittlerweile als konfliktfrei zertifiziert sind – bei Tantal sind es sogar alle. Dennoch landet Lenovo bloss im Mittelfeld der Ratingskala. Noch immer geht das Engagement der Firma zu wenig tief, beschränkt sich meist auf die direkten Zulieferbe­triebe und endet spätestens auf der Ebene der Schmelzereien. Die Problematik der Konfliktrohstoffe muss aber auch in den Abbaugebieten selbst angegangen werden. Ein erster Schritt wäre etwa die entschiedene Unterstützung entsprechender Branchen- und Multi-Stakeholder-Initiativen. Schlussendlich sollte Lenovo am Ball bleiben und ihre Augen auch vor neuen Problemen mit Konfliktmineralien wie etwa die Bedingungen im Kobaltabbau nicht verschliessen.

Umwelt

Im Gegensatz zum mangelhaften En­gagement in den anderen Bereichen ist Lenovo im Bereich der Umwelt auf den oberen Rängen vorzu­finden. In den letzten Jahren konnte Lenovo ihre Treibhausga­semissionen senken und hat sich neue, ehrgeizige Redukti­onsziele gesetzt. Auch hat sich die Firma vorgenommen, ihren Anteil an erneuerbaren Energien in Zukunft deutlich zu erhö­hen und kommuniziert entsprechende Informationen öffent­lich. Schlussendlich fällt auch Lenovos Engagement für eine umweltfreundlichere Herstellung von Elektronikprodukten bei ihren Zulieferbetrieben positiv auf. Der Grossteil der Firmen in Lenovos Lieferkette setzt sich selbst Reduktionsziele und be­richtet regelmässig über das Erreichte. Ein noch entschiede­neres Engagement wäre von Lenovo hingegen bei der Verban­nung von Schadstoffen aus den Produkten zu wünschen. Denn noch immer wurden nicht alle von den wichtigsten be­kannten Gefahrenstoffen befreit. Auch Lenovos Produkte lan­den jedoch früher oder später als Elektroschrott auf den Müll­halden dieser Welt. Dass sie dort Mensch und Umwelt nicht gefährden, liegt auch in der Verantwortung der Herstellerin. 

Arbeitsrechte

Im Bereich der Arbeitsrechte hat sich bei Acer in den letzten drei Jahren kaum etwas bewegt. Entsprechend ist Acer auch diesmal wie­der im untersten Feld vorzufinden. Acer begnügt sich weiterhin mit der Implementierung von Industriestandards (RBA-Kodex) bei ihren direkten Zulieferbetrieben. Die Firma muss mehr Ver­antwortung zeigen für die Angestellten, indem sie insbesonde­re deren Selbstorganisation fördert, etwa durch Ausbildungen über ihre Rechte, und den Zugang zu unabhängigen Be­schwerdemechanismen bis hin zu Wiedergutmachungsmecha­nismen sicherstellt. Auch ein erhöhtes Engagement in Multi- Stakeholderinitiativen wäre für Acer ein wichtiger Schritt. Schlussendlich muss die Firma endlich transparenter werden und etwa ihre Zulieferbetriebe offenlegen.

Konfliktrohstoffe

In Sachen Konfliktmineralien hat sich bei Acer seit 2014 wenig getan. Die Firma liegt mit ihren Leistungen nach wie vor im Mittelfeld. Zwar hat Acer wie viele andere Elektronikfirmen mittlerweile ein funktionierendes Dispositiv zur Wahrnehmung ihrer Sorgfalts­prüfungspflicht etabliert. Die Firma arbeitet mit einer Gross­mehrheit ihrer direkten Zulieferer an der Erfüllung der Sorgfalts­prüfung und kann die Risiken für Menschenrechtsverletzungen im Rohstoffbereich dadurch besser einschätzen. Acer geht aber noch immer zu wenig in die Tiefe und engagiert sich kaum direkt bei Schmelzereien oder gar in den Abbaugebieten. Auch kann es nicht sein, dass die Firma die Augen vor den Proble­men in Bezug auf andere Rohstoffe wie etwa Koltan ver­schliesst. Ein konsequentes Engagement für konfliktfreie Roh­stoffe sieht anders aus.

Umwelt

Acers Engagement für die Umwelt hat sich seit 2014 kaum verbessert. Die Firma bewegt sich diesbezüglich nach wie vor im unteren Mittel­feld. Zwar hat Acer einige Fortschritte bei der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen gemacht. Die Firma hat ihre gesetzten Reduktionsziele erreicht und den Anteil an erneuerbaren Ener­gien deutlich erhöht. Acer wird den Vorreiterinnen aber auch hier weiterhin hinterherhinken, solange sie sich keine ambitio­nierteren Ziele setzt. Bei der Verwendung schädlicher Subs­tanzen in Acers Produkten besteht noch deutlicherer Hand­lungsbedarf. Auch hier hat es die Firma versäumt, sich neue Ziele zur Verbannung von PVC und anderen schädlichen Flammschutzmitteln zu setzen. Ihre Produkte enthalten nach wie vor Substanzen, welche für Mensch und Natur langfristige Schäden zur Folge haben können.

Arbeitsrechte

Im Bereich der Arbeitsrechte kann Samsung seit dem letzten Rating von 2014 einige Fortschritte verzeichnen. Sie erfüllt mittler­weile in vielen Bereichen die industrieüblichen Mindeststan­dards, etwa durch die Implementierung und Überprüfung des RBA-Kodex bei ihren Zulieferbetrieben. Auch hat Samsung Beschwerdekanäle für Angestellte in den Fabriken eingerich­tet und veröffentlicht gar einzelne Informationen über den Ausgang der entsprechenden Verfahren – wenn auch nur sehr oberflächlich. Insgesamt ist das Engagement von Samsung für faire Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie aber weiterhin ungenügend. Die Firma muss mehr Gewicht auf die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und unabhängigen Arbeitsrechts-NGOs legen, sei es für Audits, Trainings für Arbeiterinnen und Arbeiter oder innerhalb von Multi-Stakeholder-Initiativen. Auch sollte sich Samsung zur Bezahlung von Existenzlöhnen in Zulieferbetrieben einsetzen, denn die gesetzlichen Mindestlöhne reichen nicht allerorts für ein wür­diges Leben. Um zu den entscheidenden Veränderungen bei­zutragen, muss die Firma anerkennen, dass ihre Gewinnmar­ge und Produktionsplanung Teil des Problems sind. Nur wenn der Kosten- und Zeitdruck nicht einfach an die Zulieferer wei­tergereicht wird, können die eingeforderten Standards auch eingehalten werden. Schlussendlich muss Samsung auch ihre weitgehend intransparente Haltung aufgeben und etwa ihre Zulieferbetriebe offenlegen.

Konfliktrohstoffe

Samsung hat ihr Engage­ment für konfliktfreie Rohstoffe in ihren Elektronik­produkten seit dem letzten Rating verbessert und ist heute im Mittelfeld der Ratingskala vorzufinden. Wie viele andere Elektronikfirmen auch hat Samsung mittlerweile ein funktionierendes Dispositiv für die Wahrnehmung ihrer Sorg­faltsprüfungspflicht etabliert. Sie arbeitet systematisch mit einer Grossmehrheit ihrer direkten Zulieferer an der Identifi­zierung der Herkunft von Konfliktrohstoffen und kann die Ri­siken für Menschenrechtsverletzungen dadurch besser ein­schätzen. Die meisten Schmelzereien in der Lieferkette von Samsung sind als konfliktfrei zertifiziert, bei Tantal sind es sogar fast alle. Die Firma verschliesst die Augen auch nicht vor neueren Problematiken, wie sie etwa im Kobaltabbau Re­alität sind. Zudem hat Samsung ihr Engagement in entspre­chenden Branchen- und Multi-Stakeholder-Initiativen in den letzten Jahren erhöht. Noch immer geht die Firma aber zu wenig in die Tiefe und interveniert kaum direkt bei den Schmelzereien oder gar in den Abbaugebieten selbst. Hier muss Samsung zeigen, dass sie bereit ist, verantwortungs­volle Rohstoffquellen auch aus konfliktbetroffenen Gebieten zu berücksichtigen, um die lokale Bevölkerung nicht mit ei­nem Boykott zu bestrafen und ihrer Lebens- und Einkom­mensquelle zu berauben. Schlussendlich ist kaum verständ­lich, weshalb der Branchenriese noch immer auf eine Veröffentlichung seiner Rohstoffquellen verzichtet. Denn nur auf der Grundlage einer transparenten Kommunikation kann eingeschätzt werden, wie ernst es die Firma mit ihrem En­gagement für konfliktfreie Elektronikprodukte meint.

Umwelt

Was das Engagement von Samsung für umweltfreundliche Elektronikprodukte angeht, hat sich bei der Firma seit dem letzten Rating von 2014 nicht viel verändert. Auch diesmal landet die Firma wieder im Mittelfeld. Samsung setzt sich regelmässig neue Ziele zur Re­duktion von Treibhausgasemissionen. Der Anteil an erneuer­baren Energien fällt jedoch nach wie vor tief aus und die Firma hat sich bisher keine konkreten Ziele gesetzt, diesen in Zu­kunft zu erhöhen. Auch bei ihren Zulieferbetrieben könnte sich Samsung noch entschlossener für eine klimafreundliche Her­stellung von Elektronikprodukten einsetzen. Bei der Verban­nung von Schadstoffen aus ihren Geräten hat Samsung seit dem letzten Rating sogar Rückschritte gemacht. Die Firma hat es versäumt, in der Vergangenheit gesetzte Ziele zu aktuali­sieren, und kommunizierte in den letzten Jahren nur wenig über die Problematik. Dass in diesem Bereich noch grosser Handlungsbedarf besteht, zeigt die Tatsache, dass noch im­mer nicht alle Geräte von Samsung frei von den wichtigsten bekannten Gefahrenstoffen sind. Die Firma darf ihre Augen auch nicht davor verschliessen, was mit ihren Produkten pas­siert, nachdem diese von ihren Nutzerinnen und Nutzern ent­sorgt werden. Sie trägt eine Mitverantwortung dafür, dass ein sicheres und umfassendes Recycling in sämtlichen Regionen der Welt möglich ist. 

Arbeitsrechte

In Sachen Arbeitsrechte hat sich bei Sony seit dem letzten Rating von 2014 nicht viel bewegt. Die Firma ist nach wie vor auf den hinteren Rängen der Ratingskala vorzufinden. Noch immer scheint die unternehmerische Sozialverantwortung bei Sony eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Entsprechend ist das Engagement der Firma für faire Arbeitsbedingungen bei der Herstellung ihrer Produkte in sämtlichen Bereichen unge­nügend. Zwar implementiert Sony den branchenüblichen RBA-Kodex, überprüft dessen Einhaltung bei den Zulieferbetrieben jedoch noch immer nicht glaubhaft durch unabhängige Stellen. Ihr Engagement in Branchen- und Multi- Stakeholder-Initiativen ist praktisch inexistent, und für die Selbstorganisation der Angestellten in den Fabriken hat Sony auch in den letzten Jahren anscheinend nicht viel getan. Vor wichtigen Problemen wie gesundheitsschädlichen Chemikali­en, welche im Herstellungsprozess von Elektronikprodukten verwendet werden, verschliesst die Firma weiterhin die Augen. Ein erster Schritt für Sony wäre eine transparentere Kommu­nikation, etwa über die Standorte ihrer Zulieferbetriebe oder über Auditresultate. Solange sich Sony so intransparent gibt, kann nicht von einem glaubhaften Engagement für anständige Arbeitsbedingungen in der Herstellung von Elektronikproduk­ten ausgegangen werden.

Konfliktrohstoffe

Sony hat ihr Engagement für konfliktfreie Rohstoffe in Elektronikprodukten seit dem letzten Rating von 2014 deutlich verbessert. Die Firma ist heute im Mittelfeld der Ratingskala vorzufinden. Wie viele andere Elektronikfirmen auch hat sie mittlerweile ein funktionierendes Dispositiv für die Wahrnehmung ihrer Sorg­faltsprüfungspflicht etabliert. Sie arbeitet mit der Grossmehr­heit ihrer direkten Zulieferbetriebe an der Identifizierung der Herkunft von Konfliktrohstoffen und kann die Risiken für Men­schenrechtsverletzungen dadurch besser einschätzen. Die meisten Schmelzereien in der Lieferkette von Sony sind als konfliktfrei zertifiziert, bei Tantal sind es sogar alle. Die Firma hat ihr Engagement in Branchen- und Multi-Stakeholder-Ini­tiativen in den letzten Jahren erhöht. Sie unterstützt damit aktiv die Zertifizierungsbemühungen der Industrie und zeigt auch Verantwortung für Probleme in anderen Regionen wie etwa beim Zinnabbau in Indonesien. Schlussendlich veröffent­licht Sony in einem jährlichen Spezialbericht nun auch die Schmelzereien und Raffinerien in ihrer Lieferkette. Noch immer geht die Firma aber zu wenig in die Tiefe und interveniert kaum direkt bei den Schmelzereien oder gar in den Abbau­gebieten. Hier muss Sony zeigen, dass sie mehr verantwor­tungsvolle Rohstoffquellen aus betroffenen Gebieten verwendet (zum Beispiel durch die Verarbeitung von Fair-Trade-Gold), um die lokale Bevölkerung nicht mit einem Boykott zu bestrafen. Auch sollte die Firma am Ball bleiben und auf neuere Entwick­lungen in Problembereichen wie dem Kobaltabbau reagieren.

Umwelt

Im Umweltbereich hat sich bei Sony seit dem letzten Rating von 2014 nicht viel verändert. Die Firma landet nach wie vor im Mittelfeld der Ra­tingskala. Sie konnte ihren Ausstoss an Treibhausgasen in den letzten Jahren senken und setzte sich neue Reduktionsziele. Auch hat sich Sony vorgenommen, den Anteil an erneuerba­ren Energien zu erhöhen. Dieser bewegt sich jedoch nach wie vor auf einem tiefen Niveau. Die Firma könnte sich auch deut­lich entschlossener bei ihren Zulieferbetrieben für eine klimaf­reundliche Herstellung von Elektronikprodukten einsetzen. Ihr Engagement steckt hier noch in den Kinderschuhen. Noch deutlicherer Handlungsbedarf besteht für Sony bei der Ver­bannung von Schadstoffen aus ihren Produkten. Denn noch immer sind nicht alle Geräte von Sony frei von den wichtigsten bekannten Gefahrenstoffen. Die Firma verzichtet jedoch nach wie vor darauf, sich diesbezüglich mit konkreten Zielen inklu­sive Zeitplänen zu verpflichten. Sony darf ihre Augen nicht davor verschliessen, was mit ihren Produkten passiert, nach­dem diese von ihren Nutzerinnen und Nutzern entsorgt wer­den. Sie trägt eine Mitverantwortung dafür, dass ein sicheres Recycling in allen Regionen der Welt möglich ist.

 

Arbeitsrechte

Asus hat im Bereich der Arbeits­rechte seit dem letzten Rating aufgeholt. Die Firma erfüllt mittlerweile in mehreren Bereichen die indus­trieüblichen Mindeststandards. Diese Leistung ist Asus zwar anzuerkennen, ihr Engagement für anständige Arbeitsbedin­gungen in der Elektronikindustrie ist aber weiterhin ungenü­gend. Die Firma sollte insbesondere die Selbstorganisation der Arbeiterinnen und Arbeiter fördern, etwa durch Ausbildun­gen bezüglich ihrer Rechte und die Sicherstellung des Zu­gangs zu unabhängigen Beschwerde- und Wiedergutma­chungsmechanismen. Auch ein verstärktes Engagement in Multi-Stakeholder-Initiativen wäre für Asus ein wichtiger nächster Schritt. Schlussendlich muss die Firma endlich trans­parenter werden und etwa ihre Zulieferbetriebe offenlegen.

Konfliktrohstoffe

Während sich Asus zum Zeit­punkt des letzten Ratings noch kaum für die Lö­sung des Problems einsetzte, unternimmt die Fir­ma mittlerweile die nötigsten Schritte, um die entsprechende Sorgfaltsprüfungspflicht in ihrer Lieferkette sicherzustellen. Diese sind jedoch noch ungenügend. Noch immer erkennt Asus nicht öffentlich die schädlichen Folgen eines Boykotts für die betroffenen Regionen an und engagiert sich nicht für Lösungen vor Ort. Dementsprechend geht das Engagement nicht über die industrieüblichen Massnahmen hinaus und ver­bleibt auf der ziemlich oberflächlichen Ebene der direkten Zu­lieferer. Dort setzt sich Asus dafür ein, dass nur noch zertifi­zierte Schmelzereien Rohstoffe für ihre Produkte liefern dürfen. Immerhin veröffentlicht die Firma mittlerweile eine Liste der Schmelzereien in ihrer Lieferkette und trägt damit zu etwas mehr Transparenz bei.

Umwelt

Im Umweltbereich hat sich bei Asus in den letzten Jahren nicht viel verändert. Nach wie vor ist die Firma im unteren Mittelfeld der Ratingskala vorzufinden. Zwar hat Asus mittlerweile die wichtigsten bekannten Schadstoffe aus ihren Produkten verbannt – ein wichtiger Schritt. Auch konnte die Firma ihre Treibhausgasemissionen in der Vergangenheit senken und hat sich neue Reduktionsziele gesetzt. Sie tut jedoch noch immer zu wenig, um ihre Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen sicher­zustellen. Insbesondere sollte sich Asus vermehrt auch bei ihren Zulieferbetrieben für saubere Energie und eine umwelt­freundliche Produktion einsetzen, denn dort fällt der Grossteil des Klimafussabdrucks ihrer Produkte an.

 

Arbeitsrechte

In Sachen Arbeitsrechte hat sich HTC seit dem letzten Rating von 2014 kaum be­wegt. Die Firma befindet sich nach wie vor auf den hintersten Rängen der Ratingskala. Noch immer scheint die unternehmerische Sozialverantwortung bei HTC eine unterge­ordnete Rolle zu spielen. Die entsprechende interne Abteilung scheint auf den höheren Managementebenen nach wie vor keinerlei Einfluss zu besitzen. Entsprechend ist das Engage­ment von HTC für anständige Arbeitsbedingungen bei der Her­stellung ihrer Produkte in sämtlichen Bereichen ungenügend. Die Firma implementiert zwar den branchenüblichen RBA-Kodex, kann dessen Einhaltung durch die Zulieferbetriebe je­doch nicht durch die Publikation von entsprechenden Audits belegen. Ihr Engagement in Branchen- und Multi-Stakeholder- Initiativen ist praktisch inexistent, und für die Selbstorganisati­on der Arbeiterinnen hat HTC auch in den letzten Jahren scheinbar nichts getan. Vor wichtigen Problemen wie den ge­sundheitsschädlichen Chemikalien, welche im Herstellungs­prozess von Elektronikprodukten verwendet werden, ver­schliesst die Firma weiterhin die Augen. HTC muss endlich die Rechte der Menschen anerkennen, welche ihre Produkte her­stellen. Dazu gehört insbesondere auch eine transparentere Kommunikation über die Standorte und Bedingungen ihrer Produktion. Solange sich HTC in einen Mantel des Schweigens hüllt, kann nicht von einem glaubhaften Engagement für an­ständige Arbeitsbedingungen in der Herstellung von Elektro­nikprodukten ausgegangen werden.

Konfliktrohstoffe

Das Engagement von HTC für konfliktfreie Elektronikprodukte bewegt sich weiter­hin auf einem sehr tiefen Niveau. Zwar nimmt die Firma öffentlich zur Problematik Stellung und publiziert einen jährlichen Spezialbericht. Im Rahmen der gesetzlichen Anfor­derungen hat sich HTC auch darum bemüht, ihre Lieferkette nach der Herkunft von Konfliktrohstoffen zu durchsuchen. Da­mit hat die Firma wichtige erste Schritte zur Erfüllung ihrer Sorgfaltsprüfungspflicht gemacht. Noch immer anerkennt HTC aber nicht die schädlichen Folgen eines Boykotts der konflikt ­betroffenen Regionen an. Anstatt konkrete Initiativen in diesen Gebieten zu unterstützen, verfolgt die Firma weiterhin die Stra­tegie, möglichst keine Rohstoffe aus solchen Quellen zu bezie­hen. Die Folgen dieser Politik tragen die Menschen in den Her­kunftsgebieten der Konfliktrohstoffe, welche vom Einkommen aus der Minentätigkeit abhängen. HTC muss endlich diese Boykotthaltung aufgeben und sich dezidiert für den Aufbau von sauberen und sicheren Rohstoff-Lieferketten einsetzen. Ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung wäre etwa die Unter­stützung von entsprechenden Branchen- und Multi-Stakehol­der-Initiativen. Schlussendlich muss HTC endlich transparenter werden und die Schmelzereien in ihrer Lieferkette offenlegen. Nur auf der Grundlage von öffentlich verfügbaren Informationen kann eingeschätzt werden, wie ernst es die Firma mit ihrem Engagement für konfliktfreie Elektronikprodukte wirklich meint.

Umwelt

Im Umweltbereich hat HTC seit dem letzten Rating von 2014 keine erwähnenswerten Fortschritte gemacht. Die Firma begnügt sich nach wie vor mit laschen Zielen zur Senkung von Treibhausgasemis­sionen, kann aber keine wirklichen Reduktionsleistungen nach­weisen. Ihre Kommunikation ist auch im Umweltbereich noch immer sehr intransparent. HTC veröffentlicht nicht einmal, wie gross der Anteil an erneuerbaren Energien ist, die verwendet werden. Neben dem Setzen von konkreten Zielen zur Erhö­hung dieses Anteils wäre mehr Transparenz ein erster Schritt hin zu einem glaubhaften Engagement im Umweltbereich. Da der Grossteil des Klimafussabdrucks von Elektronikprodukten beim Herstellungsprozess anfällt, muss sich HTC endlich ent­schiedener bei ihren Zulieferbetrieben für eine umweltfreundli­chere Produktion einsetzen. Diesbezüglich leistet die Firma noch immer keinen nennenswerten Beitrag. Und auch am an­deren Ende des Lebenszyklus’ ihrer Produkte muss HTC akti­ver werden. Noch immer zeigt die Firma etwa keinerlei Be­wusstsein für Schadstoffe in ihren Produkten, die bei der Verarbeitung des Elektroschrotts verheerende Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben.

 

Arbeitsrechte

Huaweis Engagement für anstän­dige Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Elektronikprodukten ist ungenügend. Die Firma landet in diesem Bereich auf den hintersten Rängen der Ra­tingskala. Zwar implementiert sie den branchenüblichen RBA-Kodex, verzichtet jedoch darauf, dessen Einhaltung bei den Zulieferbetrieben durch unabhängige Akteure überprüfen zu lassen. Ihr Engagement in Branchen- und Multi-Stakehol­der-Initiativen ist praktisch inexistent, und für die Selbstorga­nisation der Arbeiterinnen und Arbeiter engagiert sich Huawei kaum. Vor wichtigen Problemen wie gesundheitsschädigenden Chemikalien, welche im Herstellungsprozess von Elektronik­produkten verwendet werden, verschliesst die Firma ihre Au­gen. Huawei hat noch einen weiten Weg vor sich, will sie in Sachen unternehmerischer Sozialverantwortung zu ihren Kon­kurrentinnen aufschliessen. Die Firma sollte insbesondere die Selbstorganisation der Arbeiterinnen und Arbeiter fördern, etwa durch Ausbildungen bezüglich ihrer Rechte und die Sicherstel­lung des Zugangs zu unabhängigen Beschwerde- und Wieder­gutmachungsmechanismen. Schlussendlich braucht Huawei dringend eine transparentere Kommunikation über die Stand­orte und Bedingungen ihrer Produktion. Solange sich die Firma in einen Mantel des Schweigens hüllt, kann nicht von einem glaubhaften Engagement für anständige Arbeitsbedingungen in der Herstellung ihrer Produkte ausgegangen werden.

Konfliktrohstoffe

Huawei legt eine sehr schlechte Leistung im Bereich der Konfliktrohstof­fe an den Tag. Die Firma landet auf den hintersten Rängen der Ratingskala. Zwar nimmt Huawei öffentlich zur Problematik Stellung. Im Rahmen der gesetzlichen Normen (Dodd Frank Act) bemüht sie sich auch darum, ihre Lieferkette nach der Herkunft von Konfliktrohstoffen zu durchleuchten. Huawei zeigt dabei aber keinerlei Bewusstsein für die negati­ven Folgen eines Boykotts für die Bevölkerung in konfliktbe­troffenen Regionen. Statt spezielle Initiativen für verantwor­tungsvollen Rohstoffabbau in diesen Gebieten zu unterstützen, verfolgt die Firma die Strategie, möglichst keine Rohstoffe aus solchen Quellen zu verwenden, und entzieht der betroffenen Bevölkerung damit ihre Einkommensmöglichkeit und Lebens­grundlage. Huawei muss diese Boykotthaltung aufgeben und sich dezidiert für die lokale Bevölkerung in den Abbaugebieten einsetzen. Ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung wäre etwa die Unterstützung von entsprechenden Branchen- und Multi-Stakeholder-Initiativen. Schlussendlich muss Huawei auch transparenter werden und die Schmelzereien in ihrer Lie­ferkette offenlegen. Nur auf der Grundlage von öffentlich ver­fügbaren Informationen kann eingeschätzt werden, wie ernst es die Firma mit ihrem Engagement für konfliktfreie Elektronik­produkte meint.

Umwelt

Huawei hat erste Schritte in Richtung einer umweltfreundlichen Herstellung von Elektro­nikprodukten gemacht, steht damit aber noch am Anfang. Entsprechend landet die Firma auch in diesem Bereich auf den hintersten Rängen der Ratingskala. Erst vor wenigen Jahren begann Huawei damit, sich Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu setzen. Ein ehrgeiziges, langfristi­ges Ziel fehlt aber weiterhin, genauso wie entsprechende Stra­tegien zur Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien. Immerhin implementiert die Firma seit einigen Jahren auch bei ihren Zulieferbetrieben ein Programm zur klimafreundlicheren Herstellung von Elektronikprodukten. Erst am Anfang steht Huawei auch bei der Verbannung von Schadstoffen aus ihren Produkten. Die Firma startete erst vor Kurzem ein entspre­chendes Programm und hat sich noch keine konkreten Ziele inklusive eindeutiger Fristen gesetzt. Nur einzelne Produkte von Huawei wurden bislang von den wichtigsten Schadstoffen be­freit. Hier muss der neue Branchenriese sein Engagement deutlich erhöhen und auch diejenigen Produkte umweltfreund­lich gestalten, welche nicht an vorderster Front der Marketingstrategie stehen. Denn auch die weniger sichtbaren Geräte von Huawei haben irgendwann ausgedient und landen als Elektro­schrott auf den Müllhalden dieser Welt. Dass sie dort rezykliert werden können ohne Mensch und Umwelt zu belasten, liegt auch in der Verantwortung der Herstellerin. 

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Die internationale Monitoring-Organisation Electronics Watch unterstützt öffentliche Auftraggeber dabei, ihre Verantwortung für den Schutz der Arbeitsrechte in der globalen Lieferkette der Elektronikindustrie wahrzunehmen. Fordern Sie deshalb die Schweizer Universitäten dazu auf, verantwortungsvoll einzukaufen und Mitglied von Electronics Watch zu werden!


 

Unsere Forderungen

  • Markenfirmen sind mitverantwortlich für die Produktionsbedingungen in ihren weltweiten Lieferketten. Ihr Gewinn darf nicht auf Kosten der Arbeiterinnen und der Arbeiter gehen. Sie müssen für soziale und umweltverträgliche Herstellungsbedingungen in ihrer gesamten Lieferkette sorgen.
  • Öffentliche Institutionen haben als Konsumenten besonders starkes Gewicht und entsprechende Verantwortung. Zu Verbesserungen in den Produktions- und Lieferketten können sie beitragen, indem sie bei öffentlichen Ausschreibungen nicht nur Preis und Warenqualität, sondern auch verantwortungsvolle Herstellungsbedingungen berücksichtigen. Ihre Mitgliedschaft bei Electronics Watch fördert darüber hinaus den Dialog mit Marken- und Lieferfirmen in den Produktionsländern, um direkte Verbesserungen zu erwirken.
  • Konsumentinnen und Konsumenten sollen sich über die Auswirkungen ihres Einkaufsverhaltens bewusst sein und fair und umweltfreundlich produzierten elektronischen Gütern den Vorzug geben.

Unser Engagement

Brot für alle und Fastenopfer setzen sich ein für faire Arbeitsbedingungen in der IT-Industrie sowie für einen Rohstoffabbau, bei dem Menschenrechte und Umweltschutz respektiert werden.

  • Mit Enthüllungen von Missständen und öffentlichen Kampagnen setzen wir uns dafür ein, dass Konsumentinnen und Konsumenten für die Arbeitsbedingungen in der IT-Industrie sensibilisiert werden und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für bessere Bedingungen einsetzen. Gleichzeitig üben wir dadurch Druck auf Markenfirmen aus, um die Bedingungen in den Produktions- und Lieferketten zu verbessern.
  • Wir fördern den Einkauf verantwortungsvoll produzierter IT-Materialien durch öffentliche Institutionen in der Schweiz, indem wir ihre Mitgliedschaft bei Electronics Watch anregen.
  • Die weltweite Vernetzung und Zusammenarbeit mit gleich gesinnten Organisationen wie Good Electronics dient als Hebel für grössere und globale Verbesserungen.
  • In Asien unterstützen Brot für alle und Fastenopfer Partnerorganisationen wie beispielsweise Sacom, die in den Produktionsbetrieben nachforscht, Arbeiterinnen und Arbeiter über ihre Rechte informiert.