Auch Schweizer Banken sind an Land Grabbing beteiligt

Geld gewonnen, Land zerronnen

Startseite / Land soll dem Leben dienen
Mitten in den Monokulturen stehen die neu gebauten Häuser für die zugezogenen Familien. Viele Arbeitende werden aus entfernten Regionen Indonesiens hergeholt. Brot für alle / Urs WalterMitten in den Monokulturen stehen die neu gebauten Häuser für die zugezogenen Familien. Viele Arbeitende werden aus entfernten Regionen Indonesiens hergeholt. Brot für alle / Urs Walter

Land Grabbing

Fehlt das Land, fehlt das Brot. In der Ökumenischen Kampagne 2017 weisen Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein auf die negativen Folgen von Land Grabbing hin. Auch Schweizer Banken und Finanzinstitute investieren in Projekte, die Monokulturen fördern. Das Nachsehen haben die einheimischen Bauernfamilien, wie das Beispiel von Palmölplantagen in Indonesien zeigt.

Land muss dem Leben dienen und nicht dem Profit, lautet die zentrale Aussage der Ökumenischen Kampagne 2017. Am Beispiel von Palmöl zeigt sich aber, dass dies immer weniger der Fall ist.

Ob in Lebensmitteln, in der Industrie oder für die Produktion von Agrotreibstoffen: Palmöl ist so vielseitig einsetzbar und die Ölpalme so ertragreich wie keine andere Ölpflanze – und entsprechend gefragt. Doch der Palmölboom der letzten Jahrzehnte hinterlässt tiefgreifende Spuren: So etwa in Indonesien, grösster Palmölproduzenten weltweit.

Auf 31 Millionen Hektar des Inselstaates wuchsen im Jahr 2015 Ölpalmen. Ein Viertel eines der artenreichsten Regenwaldgebiete der Erde musste bislang dafür weichen. Ein Ende der Rodungen, die das Land zu einem der grössten CO2-Emittenten weltweit gemacht haben, ist nicht in Sicht. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht, ebenso wie die Lebensgrundlage und die kulturelle Identität von Millionen von Menschen, die bis dahin von und mit den Wäldern lebten.

Fäden laufen auch in die Schweiz

Hinter der Palmölexpansion in Indonesien steht eine klare Strategie der Regierung. Diese hat in den letzten Jahrzehnten grosszügig über traditionelle Landnutzungsrechte hinweggesehen und Konzessionen an Palmölfirmen vergeben. Proteste werden kriminalisiert und Protestierende gewaltsam weggeschafft. Auch die Schweiz trägt eine Mitverantwortung für die Zerstörung auf Indonesien: Verschiedene Schweizer Banken investieren in das lukrative Geschäft mit dem Pflanzengold. Zudem verhandelt die Schweiz derzeit mit Malaysia, dem zweitgrössten Palmölproduzenten von Palmöl, über ein Freihandelsabkommen. Dieses sieht unter anderem Einfuhrerleichterungen für Palmöl vor.

Palmöl und Land Grabbing - Fakten und Basisinformation
Dossier_0117_DE

Dosser 1/17 zum Thema Land Grabbing

Die Welt im Ausverkauf

Seit die Finanz- und Wirtschaftswelt den Boden als profitable Anlage für sich entdeckt hat, schreitet das sogenannte Land Grabbing rasant voran.

In Indonesien roden Konzerne riesige Regenwaldflächen und vertreiben die indigene Bevölkerung für den Anbau von Ölpalmen. In Afrika pachten Investoren ganze Landstriche, um Agrotreibstoffe für unsere Autotanks herzustellen. Während viele Ethnien die Erde als Mutter achten, degradieren Investoren den Boden zur Ware. Mit fatalen Konsequenzen für uns alle.

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