Nach Nein zu Landwirtschafts-Initiativen: Kampf für gesunde Lebensmittel und gerechten Handel geht weiter

24.09.2018
 

Brot für alle und Fastenopfer bedauern das Nein zur Fair-Food und zur Ernährungssouveränitäts-Initiative. Damit hat die Bevölkerung die Chance verpasst, den Bund zu mehr Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Ernährung zu verpflichten. Obwohl in der Debatte vor der Abstimmung kaum jemand in Frage gestellt hat, dass wir umweltfreundlich und sozialverträglich produzierte Lebensmittel wollen und brauchen, soll die Verantwortung dafür wieder an die Konsumentinnen abgeschoben werden. Die Politik hingegen wird sich, wie Bundesrat Schneider-Amman nach dem Nein zu den Initiativen ankündigt, noch intensiver seiner Freihandelspolitik widmen.

Noch ist der Bundesrat den Beweis schuldig geblieben, wie er diese Politik in Einklang bringen will mit dem neuen Verfassungsartikel zu Ernährungssicherheit, der im letzten Jahr mit 80 Prozent der Stimmen angenommen wurde. Dieser verlangt Handelsbeziehungen, «die zur nachhaltigen Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft beitragen». Auch mit dem Pariser Klimabekommen und den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 ist die Schweiz Verpflichtungen eingegangen, die sie bisher nur ungenügend erfüllt. Die Art und Weise, wie unsere Lebensmittel produziert und gehandelt werden, spielt dabei eine wichtige Rolle. Brot für alle und Fastenopfer werden sich weiterhin für eine Landwirtschaft einsetzen, die gesunde Lebensmittel produziert, Umwelt und Klima schützt und den Bäuerinnen und Landarbeitern ein würdiges Leben ermöglicht. In der Schweiz und in den armen Ländern des Südens.

Am 27. Oktober gehen wir an einer Tagung zum Freihandelsbekommen der Schweiz mit den Mercosur-Ländern der Frage nach «Wie gestalten wir gerechten Handel?». Nach dem Nein zu «FairFood» ist diese Diskussion wichtiger denn je.