BewohnerInnen des Saloum-Deltas schützen ihre Mangroven

Das Saloum-Delta wurde 1981 von der senegalesischen Regierung zum Biosphärenreservat erklärt. Seit 2011 gehört es zudem zum UNESCO-Weltnaturerbe. Dennoch werden die Mangrovenwälder ausgebeutet. Ihr Bestand verringert sich jährlich und die Populationen der Austern, Muscheln, Crevetten und anderen Meerestieren, die in den Mangrovenwäldern leben, sind gefährdet – und damit auch eine wichtige Ernährungs- und Einnahmequelle für die BewohnerInnen des Saloum-Deltas.

Für die Bevölkerung im Saloum-Delta ist der Fortbestand der Mangrovenwälder eine Voraussetzung für den Erhalt ihrer Lebensgrundlage. Darum benötigen die BewohnerInnen Formen der Bewirtschaftung, die den Mangrovenbestand erhalten und wieder erhöhen, damit das für die ganze Region wichtige Ökosystem auch zukünftigen Generationen als Lebensgrundlage dienen kann.

Ziele

Die lokale Bevölkerung wird beim Schutz der Mangroven im Saloum-Delta und bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage unterstützt. Lokale AkteurInnen auf Dorf- und Bezirksebene sollen alternative und nachhaltige Formen der Mangrovenbewirtschaftung finden. Ziel ist die Erhöhung der Einkommen durch eine verbesserte, ökologische Verarbeitung der Meeresprodukte, die mit Gewinn auf den lokalen Märkten verkauft werden. Zielgruppe 4600 Frauen und Männer, die Mitglieder von Dorfkomitees, Basis- und Frauengruppen aus 15 Dörfern 

Aktivitäten

Um den Schutz der Mangroven zu gewährleisten, ist es zentral, dass sich die Dorfbevölkerung über die Art und Weise der Nutzung einig ist und verbindliche Regeln zur Bewirtschaftung der Mangroven festlegt. Zu diesem Zweck erstellten die Mitglieder von Dorfkomitees und lokalen Organisationen in einem ersten Schritt eine Situationsanalyse über die Nutzung der Mangroven durch die DorfbewohnerInnen. Anhand dieser Resultate sowie auf Grundlage der bestehenden Gesetze erarbeiten sie Nutzungspläne, die von allen DorfbewohnerInnen akzeptiert werden müssen. Die Dorfkomitees sind für die Einhaltung der Pläne verantwortlich.

Um die Mangroven vor Holzschlag zu schützen, pflanzt jedes Dorf auf einer kleinen Fläche schnell wachsende Bäume, die als Brennholz verwendet werden. Gleichzeitig fördert das Projekt die Nutzung von Brennholz sparenden Kochherden. Diese werden von lokalen Handwerkern hergestellt und sind zu erschwinglichen Preisen zu erwerben.

Das Projekt fördert zudem die ökologische Verarbeitung der Meeresfrüchte (verbesserte Methoden beim Trocknen und Räuchern) und deren faire Vermarktung.

Partnerorganisation

Association pour la Promotion des Initiatives Locales (APIL) Projektfortschritt 65 Personen (50 Frauen und 15 Männer) erhielten praktische Anleitung und Weiterbildung über das Anfertigen und Installieren von Girlanden für die Austernzucht. Bei der Austernernte schneiden die Frauen oft die ganze Wurzel ab (das Ablösen der Austern ist mühevolle Arbeit), was den Mangroven erheblich schadet und den Austern die Möglichkeit raubt, sich fixieren zu können, Die Girlanden ersetzen die Mangrovenwurzeln, an denen sich die Austernlarven normalerweise festmachen. Die Girlanden-Technik ist eine kostengünstige Möglichkeit, Austernzucht zu betreiben und dabei die Mangroven zu schützen. An Schnüren reihen die Frauen Austernschalen auf und befestigen sie an Holzpfählen, die im Mangrovensumpf aufgestellt werden. An den Girlanden, die im Wasser schwimmen, machen sich dann die Austernlarven fest. Nach etwa zehn bis achtzehn Monaten sind sie so gross, dass die Frauen sie «ernten» können. 2016 haben die begünstigten Frauengruppen 35 Austern-Girlanden an insgesamt 11 Stellen im Mangrovengebiet aufgestellt und dabei die erlernten Techniken angewandt. Alle Girlanden zusammen ergeben eine Gesamtlänge von 3 km.

Dank dem Projekt haben 285 Haushalte Brennholz sparende Kochöfen in ihren Küchen installiert. Weitere 29 Kochöfen aus Lehm sind direkt in den Küchen gebaut worden.

Im Rahmen des Projektes hat die Bevölkerung zwecks Aufforstung der bedrohten Mangrovenwälder rund 22 000 Mangrovensetzlinge ausgepflanzt. Ausserdem haben die DorfbewohnerInnen begonnen, kleine, mittelfristig Brennholz liefernde Wäldchen anzupflanzen.

Lesen Sie das vollständige Factsheet dieses Projekts von HEKS