Geld gewonnen, Land zerronnen

Fehlt das Land, fehlt das Brot. In der Ökumenischen Kampagne 2017 wiesen wir auf die negativen Folgen von Land Grabbing hin. Auch Schweizer Banken finanzieren Projekte, die Monokulturen von auswärtigen Investoren fördern. Das Nachsehen haben die einheimischen Bauernfamilien, wie das Beispiel von Palmölplantagen in Indonesien zeigt.

 

In Indonesien steigt die Nachfrage nach Flächen für den Anbau von Ölpalmen rasant. Ausländische Investoren oder inländische Eliten haben sich hunderte von Quadratkilometern Land gesichert. Sie wollen Palmöl ernten und als Rohstoff beispielsweise an die Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie verkaufen. Hinter den Investitionen stecken auch Schweizer Banken. Was den Interessen der Investoren dient, verletzt aber das Recht auf Nahrung vieler Menschen vor Ort.

 

Land Grabbing nimmt den Bäuerinnen und Bauern das Land. Sie können es nicht mehr selbstbestimmt nutzen und ihre Ernährung sicherstellen. Das ist aber für viele Menschen die Voraussetzung, um ein Leben in Würde zu führen. Sie verlieren damit nicht nur ihre Existenz, sondern auch ihre Zuversicht.

 

Aus dem Garten Eden werden Wüsten

 

Land Grabbing für Plantagen hat gravierende Auswirkungen. Wälder werden abgeholzt und fruchtbare Felder verschwinden. Die Vielfalt an Früchten, Medizinalpflanzen, Holz und Tieren, die den Menschen zum Leben dient, geht verloren. Stattdessen entstehen Monokulturen, bei deren Bewirtschaftung viel Pflanzen- und Insektengift eingesetzt wird. Das vergiftet Bäche und das Grundwasser. Zurück bleiben tote Böden. Mit dem Verlust des Landes als Nahrungsquelle und damit als eine nährende Wohnstatt geht oft auch die Beziehung zur Götterwelt verloren. 

 

Land muss dem Leben dienen

 

Land muss dem Leben dienen und nicht dem Profit, lautet die zentrale Aussage der Ökumenischen Kampagne 2017. Die Menschen dürfen nicht den Boden unter den Füssen verlieren. Kaufen Investoren Land und legen grosse Plantagen an, haben die Bauern und Bäuerinnen keinen Zugang mehr zu Land. Dabei ernährt die bäuerliche Landwirtschaft die Welt. Die bäuerlichen Familienbetriebe stellen 70 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sicher. Über 80 Prozent der ländlichen Bevölkerung in Entwicklungsländern hängen direkt von dieser kleinbäuerlichen Landwirtschaft ab. Sie versorgen ausserdem auch die städtischen Armen mit lokalen und erschwinglichen Lebensmitteln. Sie braucht weniger Dünger, Pestizide und Energie, belastet also die Umwelt viel weniger.

 

Schweizer Banken beteiligt

 

In Indonesien, dem Beispielland der Ökumenischen Kampagne 2017, sind hunderte von Quadratkilometern von Land Grabbing und Abholzung betroffen. Hinter dieser unheilvollen Entwicklung stecken die Gelder von in- und ausländischen Investoren. Deshalb fordern Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein, dass Banken und Finanzinstitute keine Geschäfte tätigen, die Land Grabbing fördern.

 

Vielfalt statt Monokulturen

 

Mit der Ökumenischen Kampagne 2017 geht der Einsatz der Entwicklungsorganisationen Brot für alle, Fastenopfer zusammen mit Partner sein für das Recht auf Nahrung weiter. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen im Süden soll ein Umdenken beim Investieren erreicht werden, damit der Zugang zu Land sichergestellt und eine ressourcenschonende Landwirtschaft gefördert wird. Es geht um eine gesunde Beziehung zu dem, was uns nährt. Diejenigen Menschen, die das Land für die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln nutzen und es auch für ihre Kinder und Enkel als fruchtbares Land bewahren wollen, müssen auch die Kontrolle über das Land haben. Sonst fehlen bald vielen Menschen erst das Land und dann das Brot.

Frühere Publikationen von Fastenopfer und Brot für alle zu Land Grabbing

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