Globale Geschäfte – Globale Verantwortung

Mit der Mine kam der Hunger

Landraub durch Minenfirmen, unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken, Umweltverschmutzung beim Rohstoffabbau – auch Schweizer Unternehmen sind in Menschenrechtsverletzungen verwickelt. Deshalb haben Fastenopfer und Brot für alle zusammen mit rund 80 weiteren Organisationen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Sie will eine Schweizer Gesetzeslücke schliessen, damit Konzerne auch im Ausland sorgfältig wirtschaften.

«Früher lebten wir, heute überleben wir». Die Worte stammen von einer 25-jährigen Mutter aus Bissa in Burkina Faso. Zusammen mit 14‘000 Menschen musste sie drei Goldminen weichen. Das Gold daraus wurde in der Schweiz verarbeitet. Viele der Umgesiedelten haben dafür ihr Land und den Zugang zu Wasser verloren. Nun sind die Ernten kleiner und der Hunger nimmt zu. Das Beispiel aus Bissa ist nur eines von vielen, die Menschenrechtsverletzungen bezeugen, in die Schweizer Konzerne verwickelt sind. 

 

Fastenopfer und Brot für alle haben eine Studie veröffentlicht zur Menschenrechtspolitik der 200 grössten Schweizer Konzerne. Die Untersuchung hat ergeben, dass lediglich elf Prozent eine ernstzunehmende Menschenrechtspolitik haben. Mehr als zwei Drittel der Konzerne machen überhaupt nichts in diesem Bereich.

 

Der Bundesrat betont, dass multinationale Unternehmen Menschenrechte und Umweltstandards einhalten müssen, doch er setzt lediglich auf freiwillige Massnahmen. Freiwilligkeit reicht hier nicht aus. Deshalb unterstützen Fastenopfer und Brot für alle die Konzernverantwortungsinitiative.

 

Die  Initiative sieht deshalb vor, dass für Unternehmen neu eine Sorgfaltsprüfungspflicht eingeführt wird. Das bedeutet: Alle Konzerne müssen überprüfen, ob durch Tätigkeiten im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards verletzt werden, entsprechend handeln und darüber berichten. Missachten die Konzerne ihre Sorgfaltsprüfungspflicht, können sie in der Schweiz für ihre schädlichen Handlungen eingeklagt werden. 

 

Fastenopfer und Brot für alle haben solche Praktiken in der Vergangenheit immer wieder angeprangert.

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