Medienmitteilung zum Abschluss der Ökumensichen Kampagne 2018

Viele wollen Teil des Wandels sein

02.04.2018

Bern/Luzern, 02. April 2018. «Werde Teil des Wandels»: Dazu rief die Ökumenische Kampagne der drei Entwicklungsorganisationen Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein auf. Einen ersten Höhepunkt bot der Tag des Wandels am 22. Februar in Bern. Auch an Veranstaltungen mit den Kampagnengästen oder an Suppentagen stand das Thema des Wandels im Zentrum.

Unsere Art zu leben produziert Krisen, deshalb gilt es, vieles in Frage zu stellen. Doch Mensch gemachte Probleme kann Mensch auch lösen. Ein Wandel hin zum besseren ist möglich. In seiner Enzyklika Laudato si’ ruft Papst Franziskus in aller Dringlichkeit zu einem neuen Dialog darüber auf, wie die Zukunft des Planeten Erde gemeinsam zu gestalten sei. Die zentrale Frage: Was lässt sich gegen die systemische Krise tun? Politische Massnahmen, Rechtsreformen und technische Innovationen sind zwar wichtig und unumgänglich, aber sie genügen nicht. Denn sie sind fast alle mit einem Modell verbunden, das auf Konsum statt auf Genügsamkeit beruht, auf Konkurrenz statt auf Zusammenarbeit, auf Ausbeutung statt auf Respekt.

Es waren diese Themen, zu denen am Tag des Wandels der Aktivist und Buchautor Satish Kumar, die Ordensfrau und Professorin für Philosophie, Soeur Cécile Renouard und der Professor und ehemalige UNO-Sonderbeauftragte für Nahrung, Olivier de Schutter, sprachen. Workshops rund um die Transformation ergänzten die Tagung. Gross war das Interesse, kamen doch mehr als 200 Menschen aus der ganzen Schweiz nach Bern, um sich zu diesen grundsätzlichen Themen auszutauschen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

Den Wandel selbst gestalten

Die gute Nachricht: Es gibt zahllose Möglichkeiten, sich für ein System einzusetzen, das die Grenzen des Planeten respektiert. So zeigte auch die Kampagne von Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein auf, was Bürgerinnen und Bürger tun können, sei dies auf politischer Ebene oder in lokalen Initiativen. Solidarische Landwirtschaft etwa bringt Bäuerinnen und Bauern Planungssicherheit und den Konsumierenden saisonales Gemüse auf den Teller. Lokale Tauschsysteme reduzieren den Neukauf von Produkten, «Zero Waste»-Initiativen zeigen, dass ressourcenschonender Konsum ohne Verzicht auf Genuss möglich ist.

Die Kampagnengäste Father Ceasar Henry, Theologe aus Indien, Gabriela Tejada, Honduras, Koordinatorin bei der Koalition zur Förderung der Agrarökologie (ANAFAE) und Alimata Traoré, Mali, Präsidentin von COFERSA, einem Zusammenschluss von Frauen in der Landwirtschaft, die sich für die Ernährungssicherheit einsetzen, gaben dem Wandel im globalen Süden ein Gesicht und leisteten mit ihren Berichten aus Indien, Honduras und Mali wichtige Sensibilisierungsarbeit. Denn es braucht eine universale Solidarität, um nachhaltige weltweite Veränderungen zu initiieren.

Mit den Suppentagen, der Aktion „Brot zum Teilen“, den zahlreichen Fastengruppen und dem Rosenverkauf an rund 400 Standorten in der ganzen Schweiz, konnten 15’000 Menschen direkt erreicht werden. Durch eine vielfältige Berichterstattung und breite Öffentlichkeitsarbeit erhöhte sich die Reichweite auf insgesamt 2 Millionen Menschen.

Als Neuheit wurde zusätzlich die Plattform «Join my challenge» lanciert, mit der auch noch nach dem Ende der Ökumenischen Kampagne 2018 die eigenen Gewohnheiten herausgefordert werden können, um die Welt zu verändern. Der Kabarettist Simon Enzler beispielsweise wird den ganzen April über zum Teilzeitselbstversorger werden und nur eigenen Fisch essen. Das Engagement für den Wandel muss weitergehen. Denn nur gemeinsam schaffen wir eine Welt, in der alle genug zum Leben haben.

Weitere Informationen und Hintergründe auf www.sehen-und-handeln.ch

Rückfragen und Interviews:

Colette Kalt, Kommunikationsverantwortliche, Fastenopfer, 079 352 38 04

Was alles zum grossen Wandel dazugehört und wie unsere Partnerinnen und Partner im Süden und Norden ihn verstehen:

Die Ökumenische Kampagne: Informieren, Handlungsmöglichkeiten zeigen, Spenden sammeln:

Seit 1969 arbeiten Brot für alle, die Entwicklungsorganisation der Evangelischen Kirchen der Schweiz, und Fastenopfer, das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken, zusammen. Die Ökumenische Kampagne während der Fasten- oder Passionszeit ist zum Inbegriff der gelebten Solidarität und der ökumenischen Partnerschaft geworden. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Jedes Jahr bringen die Werke gemeinsam ein entwicklungspolitisches Thema an die breite Öffentlichkeit. http://www.sehen-und-handeln.ch/