Vitol und die Menschenrechte

29.01.2016

Der internationale Einfluss, den die Schweiz ausübt, wird gerne kleingeredet. Doch das Beispiel Vitol zeigt: In wirtschaftlichen Belangen – und vor allem im Rohstoffgeschäft – spielt unser Land jedoch eine bedeutende Rolle.

 

Über kein Land werden mehr Rohöl, Metalle und Getreide gehandelt als über die Schweiz. Auch für Kaffee und Zucker ist die Schweiz wichtigster Handelsplatz – vor London, Singapur und den USA. Dazu kommt: Über die Hälfte der in die Schweiz importierten Rohstoffe werden in Entwicklungsländern gefördert, von denen viele politisch instabil sind.

 

Kohleminen in Südafrika gefährden Lebensraum und Arbeitsplätze

 

Vitol ist der exklusive Abnehmer der Exportkohle der Bergbaufirma Coal of Africa Limited (CoAL), welche die Mine Vele in der Provinz Limpopo (Südafrika) betreibt. Die zurzeit stillgelegt Mine wird in den nächsten Jahren erneuert und ausgebaut. Vitol besitzt auch für das Minenprojekt in Makhado in der gleichen Region einen Abnahmevertrag.

 

Gegen die Projekte gibt es in der Bevölkerung Widerstand. Das zeigt die Analyse von Bench Marks Foundation, einer Partnerorganisation von Brot für alle in Südafrika. Die 3’000 Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes Mudimeli – es liegt mitten in den Kohlebergwerken – fürchten um ihre Wasserversorgung. Zu einer gesundheitlichen Belastung werden auch der Kohlestaub, der beim Abbau entsteht, und die vorausgesagten hunderten Lastwagenfahrten pro Tag. Das Projekt gefährdet laut Analyse  mehrere tausend Arbeitsplätze in Landwirtschaft und Tourismus.

 

 

Vitol muss Verantwortung übernehmen!

 

Würde Vitol gegenüber CoAL seine Sorgfaltspflicht wahrnehmen, müsste der Kohlelieferant die Auswirkungen für die Bevölkerung minimieren.

 

Verbindliche Regeln für alle statt bloss freiwillige Vereinbarungen

 

  • Es zeigt sich:

 

Vitol hat die Macht, die Kohleminen in Südafrika genauer unter die Lupe zu nehmen und Missstände zu verhindern. Umso wichtiger ist, dass Vitol und andere global tätige Konzerne ihre Verantwortung wahrnehmen, damit ihre Tochterfirmen und Lieferanten die Menschenrechte sowie Umweltstandards einhalten.

 

  • Es zeigt sich aber auch:

 

Freiwillig – wie es der Bundesrat verlangt – geschieht dies nicht: Fastenopfer und Brot für alle fordern deshalb, dass diese Sorgfaltspflicht in der Schweiz gesetzlich geregelt wird. Konzerne mit Sitz in der Schweiz müssen ihre Verantwortung weltweit wahrnehmen.

 

 

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