Weniger Palmöl in unseren Produkten

19.09.2017

Mit einer Online-Petition fordern Brot für alle und Fastenopfer die Schweizer Detailhändler auf, weniger Palmöl in ihren Produkten zu verwenden.

September 2017, Tagesschau im Schweizer Fernsehen: «Ölpalmplantagen bedrohen beliebte Erholungs-­ und Wohnzonen», liest Nachrichtensprecher Charles Clerc vor laufender Kamera, während im Hintergrund Bilder des Marzili in Bern, des Letten in Zürich, des Kasernenareals in Basel und des Lausanner Vidy-Quartiers zu sehen sind. Erste Anwohner seien bereits umgesiedelt worden. Grund für den Landverkauf sei die grosse Nachfrage nach palmölhaltigen Produkten.

Wäre diese Nachricht am 4. September effektiv in den Hauptnachrichten erschienen, hätte sich wohl mancher und manche schockiert die Augen gerieben. So wie viele Menschen in Liberia, Indonesien, Guatemala oder anderen Ländern des Südens, als bei ihnen plötzlich Behörden, Vermessungsgeräte und Bulldozer vor der Türe standen.

Doch während der Nachrichtenbeitrag ein fiktiver Kurzfilm ist, der aktuell über Internet verbreitet wird, sind diese Zustände in andern Ländern leider Realität. Der rasant steigenden Nachfrage nach Palmöl sind bislang mindestens 18,7 Millionen Hektar tropischen Regenwaldes, Buschlandes oder Torfgebiete zum Opfer gefallen – was rund 4,5 Mal der Fläche der Schweiz entspricht. Unzählige Menschen haben in der Folge ihre Lebensgrundlage verloren, zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sind gar vom Aussterben bedroht.

Der Kurzfilm markiert den Auftakt der Kampagne von Brot für alle und Fastenopfer, mit der die beiden Organisationen Druck auf die grossen Schweizer Detailhändler machen. Die Petition soll diese dazu bewegen, künftig weniger Produkte mit Palmöl in ihrem Sortiment zu führen.

Palmöl ist nicht unverzichtbar

Rund jedes 6. Produkt in unseren Supermärkten enthält Palmöl. Der Grund: Palmöl ist vielseitig einsetzbar und vor allem günstig. Im Gespräch verweisen die Grossverteiler Migros und Coop darauf, dass es ohne Palmöl nicht gehe und sie fast nur nachhaltiges Palmöl nutzen würden. Erfahrungen und Recherchen der Partnerorganisationen von Brot für alle und Fastenopfer vor Ort zeigen jedoch, dass Zertifizierungen wie die des Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO) die Probleme von Landraub und anderen Menschenrechtsverletzungen nicht lösen.

Und so unverzichtbar, wie das die Grossverteiler bzw. die Industrie darstellen, ist Palmöl keineswegs. Vor allem im Lebensmittelbereich gibt es einheimische Pflanzenöle als Alternativen, die weniger Landkonflikte und Waldrodungen bedeuten. Wer sich genauer damit befasst, findet in fast allen Bereichen Kleinbetriebe, die palmölfreie Produkte auf den Markt bringen. Was die Kleinen können, sollte auch für die Grossen kein Problem sein. Dazu braucht es jedoch den Druck der Konsumentinnen und Konsumenten.

Danke, dass auch Sie sich für die Menschenrechte stark machen.

 

Unterschreiben auch Sie die Petition gegen weniger Palmöl Produkte in unseren Supermärkten!

Palmölplantagen verletzen Menschenrechte und zerstören die Umwelt!

Die heutigen, zaghaften Bestrebungen zur Verbesserung der Situation sind geprägt von wirtschaftlichen Interessen. Sie vermögen weder den Landraub zu verhindern, noch den stark steigenden Konsum an Palmöl zu bremsen. Sag Migros, Coop und co. dass du weniger Produkte mit Palmöl in den Läden möchtest. Unterschreibe jetzt den Aufruf!

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