Vorheriger BeitragFastenkalenderNächster Beitrag
Placeholder Placeholder

Tag 28 - Menschen und Geschichten

sa
21.3.

Saatgut ist ein Erbe der Erde

Saatgutbibliotheken ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zu eigenem Gemüse; sogar auf der Fensterbank. Selbstgeerntetes zu essen, kommt einem Stück wiedergewonnener Freiheit gleich.

«Saatgut ist ein Erbe der Erde. Es sollte nicht zum Eigentum Einzelner erklärt werden.»

Clara Esteve, Nachhaltigkeitsexpertin

Clara Esteve ist Energieingenieurin und ist bei der Stadt St. Gallen für das Thema Nachhaltige Ernährung zuständig. Privat beteiligt sie sich an einem Gemeinschaftsgarten, in dem sie gerne experimentiert und Erfahrungen austauscht.

Du bist die Initiantin einer Saatgutbibliothek. Wie kam es dazu?

Esteve: «An meinem Wohnort kannte ich keine Saatgutbibliothek, da habe ich die Initiative ergriffen und eine Box aufgestellt. Kurz danach hatte die Bibliothek St. Gallen und HEKS Neue Gärten, die gleiche Idee. Also haben wir uns als “Saat Gallen” zusammengetan.»

Wie sollte eine unerfahrene Person vorgehen, wenn sie eigenes Gemüse anbauen möchte?

«Einfach ausprobieren! Es braucht Erde, Saatgut und ein bisschen Wasser. Und Geduld. Schlimmstenfalls wächst nichts. Wenn aber etwas wächst, ist es total spannend. Am besten besorgt man sich Saatgut von traditionellen, samenfesten Sorten aus dem Fachhandel oder eben bei der Saatgutbibliothek.»

Wo siehst du den Mehrwert von eigenem Bio-Gemüse?

«Es schafft ein starkes Bewusstsein für Saisonalität und Qualität. Tomaten sind ein gutes Beispiel: Selbstgezüchtet bescheren sie uns im Sommer eine wahre Geschmacksexplosion. Im Winter aus dem Supermarkt haben sie zum Teil keinen Geschmack. Das gilt auch für Erdbeeren, Bärlauch, Spargeln. Eine eigene, saisonale Ernte stellt den Anspruch an Qualität, und an Quantität.»

Was ist deine persönliche Botschaft zum Thema Saatgut?

«Saat gehört der Erde und damit allen Menschen. Es ist Teil eines kulturellen und ökologischen Erbes, das Gemeinschaft und Biodiversität stärkt. Für mich bedeutet es auch ein Stück Freiheit. Saatgutbibliotheken helfen, dieses Erbe zu bewahren.»

Interview: Fanny Bucheli

Vorheriger BeitragFastenkalenderNächster Beitrag

Folgen Sie uns auf Social Media